Alkoholkonsum von Teenagern könnte emotionales Zentrum des Gehirns dauerhaft verändern

Menschen, die bereits als Jugendliche mit dem Alkoholkonsum begannen, wiesen bei ihrem Tod im Alter von Ende 50 Veränderungen in den Amygdalae auf, die nach Ansicht von Forschern in Translational Psychiatry (2019; 9: 34) die emotionalen Probleme und die erhöhte Suchtneigung erklären, die mit einem frühen und exzessiven Alkoholkonsum verbunden sind.

Epidemiologische Studien haben gezeigt, dass Menschen, die als Jugendliche zu Alkoholexzessen neigen („Binge-Trinken“), später 4-mal häufiger alkoholabhängig werden als Menschen, die erst als Erwachsene regelmäßig Alkohol trinken. Hirnforscher vermuten deshalb, dass der Alkoholkonsum in einer Zeit, in der das Gehirn einem Umbauprozess unterworfen ist, nachhaltige Schäden anrichten könnte. Eine mögliche Folge, die ebenfalls in epidemiologischen Studien beobachtet wurde, ist eine emotionale Labilität.

Ein wichtiges Hirnzentrum für die Verarbeitung emotionaler Signale sind die beiden Corpora amygdaloideum (kurz Amygdalae). In diesen kleinen Hirnregionen werden eintreffende Informationen einer Gefahrenanalyse unterzogen. Bei einer Bedrohung wird ohne weitere Rückfrage in höheren kognitiven Zentren eine Angst- und Alarmreaktion ausgelöst. Menschen, bei denen die Amygdalae beidseitig geschädigt sind, kennen keine Angst. Selbst in lebensbedrohlichen Situationen machen sie keine Anstalten zu einem Rettungsversuch.

Ein Team um Subhash Pandey von der Universität von Chicago hat die Amygdalae von 44 Personen untersucht, die im Alter von Ende 50 gestorben waren und deren Lebensgeschichte bekannt war: 11 Personen hatten bereits als Jugendliche (vor dem 21. Lebensjahr) mit einem starken Alkoholkonsum begonnen. Weitere 11 Personen hatten erst im Erwachsenenalter zu trinken begonnen. Beide Gruppen waren bei ihrem Tod alkoholabhängig. Die dritte Gruppe von 22 Personen hatte keine Alkoholprobleme.

In den Amygdalae der Personen, die bereits als Jugendliche Alkohol getrunken hatten, wiesen die Forscher zu 30 % mehr BDNF-AS nach. Es handelt sich um ein Steuergen für den Wachstumsfaktor BDNF („brain-derived neurotrophic factor“). BDNF ist ein wichtiger Faktor für die Entwicklung des Gehirns, im Erwachsenenalter beeinflusst er die Plastizität des Gehirns. Da das Steuergen BDNF-AS die Produktion von BDNF hemmt, war die BDNF in dem Gehirn der „früheren Trinker“ vermindert. Ähnliche Veränderungen waren bei den „späten Trinkern“ und in der Kontrollgruppe nicht nachweisbar.

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Eine verminderte BDNF-Konzentration in den Amygdalae könnte auf eine verminderte emotionale Lernfähigkeit hindeuten, schreibt Pandey. Dies würde erklären, warum Menschen, die als Jugendliche exzessiv Alkohol trinken, im Erwachsenenalter häufiger emotionale Probleme haben und zum Alkoholabusus neigen.

Pandey führt die Langzeitwirkung auf epigenetische Störungen zurück. Dabei handelt es sich um Veränderungen in der DNA-Methylierung. Mit der Anheftung von Methylgruppen können Gene dauerhaft abgeschaltet werden. Im Fall BDNF-AS scheint bei frühen Trinkern eine notwendige DNA-Methylierung nicht zu erfolgen. 

Common alcoholic beverages
Von TrafficJan82
Eigenes Werk, Gemeinfrei,
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Alkoholabhängigkeit hat ähnliche genetische Grundlagen wie psychiatrische Störungen

WissenschaftlerInnen unterBeteiligung von ZI-Forschern konnten aufzeigen, dass Alkoholabhängigkeit undeinige psychiatrische Störungen teilweise gemeinsame genetische Grundlagenhaben.


Die Anfälligkeit eines Menschen, alkoholabhängig zu werden, ist vererbbar. Obwohl dies schon länger bekannt ist, wissen wir wenig über die genetischen Grundlagen von Alkoholabhängigkeit und deren Verbindung zu anderen psychiatrischen Störungen. Unter Beteiligung von Forscherinnen und Forschern des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim hat eine Gruppe von internationalen Wissenschaftlern nun erstmals herausgefunden, dass deutliche genetische Zusammenhänge zwischen Alkoholabhängigkeit und 17 verschiedenen psychiatrischen Störungsbildern bestehen, darunter Schizophrenie,Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS), Depression und Konsum von Zigaretten und Cannabis.

Daten von fast 15.000 Alkoholabhängigen analysiert
Die Forscherinnen und Forscher haben dafür die bisher größte genomweite Studie in diesem Forschungsfeld durchgeführt. Sie analysierten genetische Daten von fast 15.000 Personen mit diagnostizierter Alkoholabhängigkeit und verglichen diese mit Daten von fast 38.000 gesunden Personen. Die Daten stammen von Menschen aus Europa und Afrika.

Widerstandskraft von Betroffenen stärken
Zudem fanden die Forscher heraus, dass sich die genetischen Ausprägungen von Alkoholabhängigkeit nur teilweise mit denen des Alkoholkonsums überschneiden.„Das unterstreicht die Unterscheidung zwischen pathologischem und nicht-pathologischem Trinkverhalten“, sagt Prof. Dr. Marcella Rietschel, Direktorin der Abteilung Genetische Epidemiologie in der Psychiatrie, die an der Studie beteiligt war. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass der genetische Ansatz erfolgreich ist, Zusammenhänge aufzuklären, die bislang nur vermutet werden konnten. „Nun sind vor allem detailliertere Untersuchungen von vielen Patienten von Nöten, um herauszufinden, wie genau die genetischen Faktoren dazu beitragen, dass jemand abhängig wird“, sagt Prof. Dr. Falk Kiefer, ärztlicher Direktor der Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin am ZI. Auf diese Weise hoffen die Forscher, bessere Wege zu finden, um die Widerstandskraft(Resilienz) von Betroffenen zu stärken.

Originalpublikation:
Transancestral GWAS of alcohol dependence reveals common genetic underpinnings with psychiatric disorders, Nature Neuroscience, DOI:10.1038/s41593-018-0275-1.
Weitere Informationen finden Sie unter
https://www.zi-mannheim.de/institut/news-detail/alkoholabhaengigkeit-hat-aehnliche-genetische-grundlagen-wie-psychiatrische-stoerungen.html

Drogenbeauftragte für mehr Prävention gegen Alkohol- und Tabakkonsum

Berlin – Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), hat eine stärkere auch gesamtgesellschaftliche Prävention vor allem gegen den übermäßigen Konsum von Alkohol und Tabak angemahnt. Alkohol werde in Deutschland noch deutlich zu viel und „viel zu gedankenlos“ getrunken, sagte sie heute bei der Vorstellung des neuen Drogen- und Suchtberichts in Berlin.

Übermäßiger Alkoholkonsum habe Folgen für die gesamte Gesellschaft, nicht nur aufgrund der volkswirtschaftlichen Kosten in Höhe von knapp 40 Milliarden Euro. „Die Diagnose ‚Psychische Störungen und Verhaltensstörungen durch Alkohol‘ ist bei Männern inzwischen der häufigste Grund für eine Aufnahme im Krankenhaus“, stellte Mortler heraus.

120.000 Tabaktote im Jahr sind zu viel

Auch bei der Reduzierung der Raucherquote dürfe man nicht „auf halber Strecke stehen bleiben“, betonte die Drogenbeauftragte. „Rund 120.000 Tabaktote im Jahr sind immer noch deutlich zu viel“, wenngleich der Anteil der Raucher bei Erwachsenen in den letzten 15 Jahren um rund 30 Prozent gesunken sei und der Anteil rauchender Jugendlicher sich in dieser Zeit um zwei Drittel verringert habe.

Mortler will sich deshalb weiter und verstärkt für ein Verbot der Tabakwerbung auf Plakaten und im Kino einsetzen. Ein entsprechender Gesetzentwurf zum Verbot von Tabakaußenwerbung war 2016 unter anderem am Widerstand der Unionsfraktionsführung unter dem Vorsitz von Volker Kauder gescheitert, der diesen vor kurzem abgeben musste. „Diesen Gesetzentwurf wollen wir nun wieder herausholen“, sagte sie.

Aufwärtstrend beim Konsum von E-Zigaretten

Bei den neuen Rauchprodukten wie E-Zigaretten und IQOS gebe es einen „klaren Aufwärtstrend“ beim Konsum sowohl bei Jugendlichen als auch bei Erwachsenen. „Von diesen Produkten geht ein gesundheitliches Risiko aus, auch wenn sie zum Teil weniger Schadstoffe als herkömmliche Tabakprodukte haben“, sagte Mortler. Man könne deshalb keine Entwarnung geben, auch nicht zu ihrem Einsatz zur Tabakentwöhnung.

Hinsichtlich der illegalen Drogen ist nach Angaben der Drogenbeauftragten seit längerem ein leichter Rückgang der Drogentoten festzustellen. Deren Zahl sank im vergangen Jahr auf 1272. Hauptursache für einen Drogentod sind nach wie vor Überdosierungen von Opioiden wie Heroin und Morphin. „In Bayern habe ich einen Modellversuch zur Abgabe von Naloxon (Opioid-Antagonist) durch geschulte Laien bei Überdosierung initiert“, berichte Mortler. Auf die Ergebnisse in eineinhalb Jahren sei sie gespannt.

Cannabiskonsum häufigster Grund für Suchtbehandlung

Besorgt zeigte sich die Drogenbeauftragte über den Anstieg des Cannabiskonsums bei Jugendlichen und Erwachsenen, vor allem auch weil der THC-Gehalt der Pflanze in den letzten 20 Jahren deutlich gestiegen sei.

„Die gesundheitlichen Folgen des Konsums sind immens und deshalb auch der häufigste Grund für eine Suchtbehandlung“, sagte Mortler. Hinsichtlich der Prävention verwies sie auf eine neue Broschüre der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzGA) zum Umgang mit Cannabis in der Schule.

Die landesweite Legalisierung von Marihuana in Kanada kritisierte Marlene Mortler ausdrücklich: „Das ist eine Kapitulation und ein Schritt in die falsche Richtung“, sagte sie.

Die Alkohol-in-Maßen-Lüge

Alkohol ist nicht gesund, auch nicht in Maßen. Das ist das ernüchternde Ergebnis einer weltweiten Meta-Analyse zum Alkoholkonsum und seinen gesundheitlichen Folgen. Zahlreicher Expertenaussagen zum Trotz tut uns das tägliche Glas Rotwein wohl doch nicht so gut.

Obwohl die Wissenschaft Alkoholkonsum als maßgeblichen Risikofaktor für frühzeitigen Tod sowie Behinderungen anerkennt, gibt es auch immer wieder Aussagen, ein niedriger Konsum von Alkohol könne auch positive Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Gestern wurde im Lancet eine Studie veröffentlicht, in der das Gegenteil behauptet wird. Die Autoren stellen die Aussagekraft von wissenschaftlicher Thesen, in denen moderater Alkoholkonsum unkritisch oder sogar positiv bewertet wird, infrage.

So wurde untersucht

Die großangelegte Meta-Analyse ist ein von der Bill & Melinda Gates Foundation finanziertes Projekt. Es wurden 694 unterschiedliche Datenquellen zu individuellem und bevölkerungsbezogenem Alkoholkonsum untersucht, sowie weitere 592 prospektive und retrospektive Studien zu Risiken von Alkoholkonsum. Die Auswertung wurde im Global Burden of Disease Report aus dem Jahr 2016 zusammengefasst. Die Werte beziehen sich auf Männer und Frauen im Alter von 15 bis 95 Jahren und älter (gruppiert in 5-Jahres-Abständen) von 195 verschiedenen Orten im Zeitraum von 1990 bis 2016.

Anhand dieser Daten wurden folgende Werte ermittelt:

Im Rahmen der Analyse wurde ein „Standard-Drink“ mit 10 g oder 12 Milliliter purem Ethanol pro Getränk definiert. Bei der Häufigkeit des Trinkens setzten die Forscher strenge Maßstäbe an: Als Gelegenheitstrinker galten Personen bereits, wenn sie in den vergangen 12 Monaten ein oder mehr alkoholische Getränke zu sich genommen hatten.

Im Zuge der Studie fand man heraus, dass im Jahr 2016 weltweit etwa 2,4 Milliarden Menschen gelegentlich oder häufiger Alkohol tranken. Davon sind 25 Prozent Frauen, die täglich durchschnittlich 0,73 alkoholische Getränke zu sich nehmen. Bei den Männern sind es 39 Prozent, die durchschnittlich 1,7 Drinks am Tag trinken.

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Tod durch Alkohol: Länder- und Gendervergleich

Alkohol war im Jahr 2016 der führende Risikofaktor für Erkrankungen und frühzeitigen Tod weltweit bei Männern und Frauen zwischen 15 und 49 Jahren. Weltweit war Alkohol für 2,2 Prozent der Todesfälle bei Frauen und 6,8 Prozent der Männer verantwortlich, so das Ergebnis der Studie.

Für die Altergsgruppe 50 plus waren Krebserkrankungen der Hauptgrund alkoholbedingter Tode, in der Gruppe der 15- bis 49-Jährigen waren es Verkehrsunfälle, Selbstverletzungen und Tuberkulose. Bezogen auf alle Altersgruppen wurde der Konsum von Alkohol in diesem Jahr mit 2,8 Millionen Toden asoziiert, dazu zählen neben den genannten Gründen mit Alkohol in Verbindung stehende Herzerkrankungen, Gewalteinwirkung sowie Brandunfälle oder Ertrinken.

Wenig überraschend aufgrund der Einwohnerzahlen führen China, Indien und Russland die weltweite Liste der alkoholbedingten Tode bei Frauen und Männern an. Die USA sind bei Männern an fünfter und bei Frauen an siebter Stelle, Großbritannien an 21. Stelle bei den Männern, dafür an neunter bei den Frauen. Deutschland befindet sich sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen auf dem achten Platz, wie aus einer von CNN erstellten Tabelle hervor geht.

Am besten ist kein Alkohol

„Die gesundheitlichen Risiken, die mit Alkohol assoziiert werden, sind massiv,“ wird Seniorautorin Dr. Emmanuela Gakidou in der Pressemitteilung des Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) zitiert. „Unsere Ergebnisse decken sich mit anderen aktuellen Forschungen, die klare und überzeugende Korrelationen zwischen Alkoholkonsum und frühzeitigem Tod, Krebs und kardiovaskulären Problemen nahelegen. Ein Verzicht auf Alkohol minimiert das allgemeine Risiko für gesundheitliche Schäden.“

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Besonders überrascht waren sie darüber, dass auch kleine Mengen an Alkohol nicht zu verharmlosen sind. „Für gewöhnlich hört man, dass ein Drink oder zwei pro Tag in Ordnung sind. Aber Beweise sind Beweise,“ betont Gakidou. Verglichen mit Menschen, die gelegentlich oder öfter Alkohol trinken, ist bei Menschen, die gar keinen Alkohol trinken, das relative Risiko für gesundheitliche Beeinträchtigungen minimiert. Das Risiko stieg monoton mit steigender Menge an täglich konsumiertem Alkohol, berichten die Autoren.

Weltweit jährlich 2,8 Millionen Todesfälle durch Alkoholkonsum

Der Alkoholkonsum ist weltweit für 2,2 % aller Todesfälle bei Frauen und 6,8 % bei Männern verantwortlich. In der Altersgruppe der 15 bis 49-jährigen ist laut einer systematischen Analyse im Lancet(2018: doi: 10.1016/S0140-6736(18)31310-2) sogar jeder zehnte vorzeitige Todesfall auf den Alkoholkonsum zurückzuführen. Auch ein geringer Alkoholkonsum schadet nach Einschätzung der Autoren, da die günstigen Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System und die Vermeidung eines Typ 2-Diabetes durch ein erhöhtes Risiko auf Krebserkrankungen mehr als aufgehoben werden.

Die Analyse, die 694 Datenquellen zum Alkoholkonsum in 195 Ländern mit den Ergebnissen aus 592 prospektiven und retrospektiven Studien zu den Risiken des Alkoholkonsums in Beziehung setzt, wurde vom Institute for Health Metrics and Evaluation in Seattle durchgeführt, das von der Bill & Melinda Gates Foundation gesponsert wird. Mehr als 500 Forscher aus über 40 Nationen waren an der Studie beiteiligt, die damit das mit Abstand größte epidemiologische Forschungsprojekt zum Einfluss des Alkoholkonsums auf die Gesundheit der Weltbevölkerung ist.

Das Team um Emmanuela Gakidou von der Universität des Staates Washington in Seattle hat recherchiert, dass 2,4 Milliarden (erwachsene) Menschen, das ist ein Drittel der Weltbevölkerung, Alkohol konsumiert. Darunter sind 1,5 Milliarden Männer und 900 Millionen Frauen.

Am höchsten ist die durchschnittliche Prävalenz mit 72 Prozent in hochentwickelten Ländern, die sich eher in den polnäheren kälteren Regionen befinden. Deutschland liegt mit einer Prävalenz von 94,3 Prozent bei den Männern nach Dänemark, Norwegen und Argentinien an der vierten Stelle. Bei den Frauen beträgt die Prävalenz 90,0 Prozent. Das ist Position drei nach Dänemark und Norwegen.

Der tägliche Konsum ist bei den Männern in Rumänien mit 8,2 Drinks pro Tag am höchsten (Deutschland ist hier nicht unter den ersten zehn Ländern vertreten). Frauen trinken in der Ukraine mit 4,2 Drinks pro Tag am meisten (Deutschland mit 2,9 Drinks pro Tag an Position 9).

In ärmeren, zumeist wärmeren Ländern trinken dagegen nur 8,9 Prozent der Bevöl­kerung Alkohol und wenn, dann meist in geringen Mengen. In diesen Regionen sind Religionen wie der Islam oder der Hinduismus, die Alkohol strikt ablehnen, stärker verbreitet.

Teilweise gibt es große Unterschiede zwischen den Geschlechtern wie in Nepal, wo 21 Prozent der Männer, aber nur 1,5 Prozent der Frauen Alkohol trinken, während der Anteil in Schweden mit 87 Prozent bei Männern und 86 Prozent bei Frauen praktisch identisch ist.

Nach den Berechnungen von Gakidou verursachte der Alkoholkonsum im Jahr 2016 weltweit 2,8 Millionen Todesfälle. Das entspricht den genannten 2,2 Prozent der Todesfälle bei Frauen und 6,8 Prozent bei Männern. Der Alkoholkonsum war weltweit für 1,6 Prozent aller durch Krankheit oder Behinderung verlorenen Lebensjahre (DALY) verantwortlich. Bei Frauen waren es 6,0 Prozent.

Bei jungen Erwachsenen (15 bis 49 Jahre) war der Alkoholkonsum der weltweit führende Risikofaktor für einen vorzeitigen Tod mit 8,9 Prozent aller DALYs bei Männern und 2,3 Prozent bei Frauen. Bei Frauen waren in dieser Altersgruppe 3,8 Prozent und bei Männern 12,2 Prozent aller Todesfälle auf Alkohol zurückzuführen.

Alkohol erhöht das Risiko einer Reihe von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dazu gehören Vorhofflimmern und -flattern, Schlaganfall, hypertensive Herzkrankheit, ischämische Herzkrankheit und die alkoholische Kardiomyopathie.

Alkohol ist auch mit einem erhöhten Krebsrisiko verbunden. Dazu gehören Karzinome in Brustdrüse, Dick- und Enddarm, Leber, Speiseröhre, Kehlkopf, Lippen, Mundhöhle und Nase.

Alkohol ist eine wichtige Ursache für die Leberzirrhose, es hat jedoch einen einen Anteil an Typ 2-Diabetes, Epilepsie und Pankreatitis. Alkohol kann außerdem zur Sucht führen.

Alkohol begünstigt laut Gakidou Infektionen der unteren Atemwege und eine Tuber­kulose. In ärmeren Ländern sterben alkohol-bedingt sogar mehr Menschen an einer Tuberkulose als in Verkehrsunfällen.

Alkohol ist häufig die Ursache zwischenmenschlicher Gewalt und von Selbstverletzungen. Schließlich erhöht Alkohol aufgrund der Trunkenheit das Risiko von Unfällen im Straßenverkehr sowie von Verletzungen aller Arten.

Alkohol kann in Maßen konsumiert jedoch auch vor Krankheiten schützen, zu denen ischämische Herzerkrankungen und mit Einschränkungen auch der Typ 2-Diabetes zählt. Gakidou fand für beide Erkrankungen eine J-förmige Dosis-Wirkungskurve, die für eine protektive Wirkung eines mäßigen Alkoholkonsums spricht. Diese Schutzwirkung wird jedoch durch ein erhöhtes Risiko vor allem von Krebserkrankungen überlagert, so dass Gakidou abschließend zu dem Ergebnis kommt, dass die Grenze für eine schädliche Wirkung von Alkohol bei Null Drinks pro Tag liegt.

Alkohol: Deutschland bleibt ein Hochkonsumland

Der Alkoholkonsum sinkt in Deutschland nur geringfügig auf jährlich 10,7 Liter Reinalkohol pro Kopf. Im internationalen Vergleich sei dies immer noch ein sehr hoher Wert, weshalb Deutschland auch weiterhin zurecht als „Hochkonsumland“ bezeichnet werden könne. Dieses Fazit ziehen die Autoren des Jahrbuchs Sucht, das heute in Berlin von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) vorgestellt wurde.

Alkoholkonsum: Zahlen und Fakten

Im Jahr 2015 betrug der Alkoholkonsum 10,7
Liter Reinalkohol pro Bundesbürgerin oder -bürger im Lebensalter ab 15 Jahren. Der Gesamtverbrauch an alkoholischen Getränken sank im Jahr 2016 gegenüber dem Vorjahr um 1,25 % auf 133,8 Liter pro Kopf der Bevölkerung. Auf den gesamten Alkoholkonsum, gemessen in Reinalkohol pro Kopf, entfallen 5,0 Liter auf Bier, 2,3 Liter auf Wein, 1,8 Liter auf Spirituosen und 0,4 Liter auf Schaumwein.

Wie die Ergebnisse repräsentativer Umfragen und Hochrechnungen des Statistischen Bundesamtes zeigen, sind insgesamt 3,38 Mio. Erwachsene in Deutschland von einer alkoholbezogenen Störung in den letzten zwölf Monaten betroffen (Missbrauch: 1,61 Mio.; Abhängigkeit: 1,77 Mio.) 74.000 Todesfälle werden jährlich durch Alkoholkonsum oder den kombinierten Konsum von Tabak und Alkohol verursacht.

Alkohol- und Medikamenten­abhängigkeit (vor allem Benzodia­zepine) liefern sich nach wie vor ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz eins der Süchte in Deutschland. Validere Zahlen zum Pro-Kopf-Verbrauch liegen dieses Jahr erstmals zum Alkoholkonsum vor. Deren Ermittlung wurden im vorlie­genden Bericht präzisiert.

„Wir haben den Alkoholverbrauch anhand von Erzeugermeldungen an die Zollämter geschätzt“, erklärte Ulrich John, Mitglied des Wissenschaftlichen Kuratoriums der DHS.

Denn Bevöl­kerungsumfragen würden nur etwa 30 Prozent des tatsächlichen Konsums offenlegen. Dennoch müsse man davon ausgehen, dass auch die aktuelle Auswertung von 10,7 Liter den tatsächlichen Konsum unterschätze, sagte John, der das Institut für Sozialmedizin und Prävention an der Universität Leipzig leitet.

Politik soll sich an internationalen Standarsds orientieren

Der stetige aber minimale Rückgang des Alkoholkonsums seit den 1970er-Jahren um durchschnittlich ein Prozent pro Jahr geht der DHS nicht schnell genug. Sie fordern die Politik auf, tätig zu werden und sich dabei an internationalen Standards zu orientieren: Steuern erhöhen und für verschiedene Alkoholika vereinheitlichen, den Jugendschutz und Werbeverbot verbessern.

Die Freigabe von Bier, Wein und Sekt ab 16 Jahren und anderen Alkoholika ab 18 bezeichnete der DHS-Geschäftsführer Raphael Gaßmann als „absurd“ – diese Unterscheidung nach Alter entbehre jeglicher Begründung. Billigwodka für 3,99 Euro sollte zukünftig eher 10 Euro kosten.

„In Deutschland haben wir einen großen Mangel an Präventionsmaßnahmen“, sagte John. Auch Gaßmann sieht keine nennenswerten Fortschritte in den vergangenen Jahrzehnten – gerade beim Alkohol: „Die Politik steht still.“

Wir sollten darüber sprechen, ob Preise von weniger als 20 Cent für einen halben Liter Bier oder weniger als 4 Euro für Spirituosen sein müssen.Marlene Mortler, rogenbeauftragte der Bundesregierung (CSU)

Anlässlich des Jahrbuchs Sucht warnte auch die Drogenbeauftragte der Bundesre­gierung, Marlene Mortler vor billigem Bier und Schnaps. „Wir sollten darüber sprechen, ob Preise von weniger als 20 Cent für einen halben Liter Bier oder weniger als 4 Euro für Spirituosen sein müssen“, sagte die CSU-Politikerin dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

Sie will sich auch dafür einsetzen, der „Omnipräsenz von Alkohol“ entgegen zu wirken. „Permanentes Angebot schafft einfach Nachfrage“, beklagte Mortler. „Ob an der Tankstelle, bei Familienfeiern oder auf Werbeplakaten – nahezu überall wird uns Alkohol ,schmackhaft‘ gemacht.“

Empfehlungen für Ärzte

Von Ärzten wünscht sich die DHS, dass diese jeden ihrer Patienten systematisch auf ihren Alkohol- und Tabakkonsum ansprechen. Die Empfehlung sollte lauten: Egal wie viel sie trinken, weniger ist besser und die Abstinenz ist das Optimum. Hausärzte und Allgemeinmediziner würden das noch nicht in ausreichendem Maße berücksichtigen, sagte John. Dabei sei dieses Gespräch in drei bis fünf Prozent der Fälle erfolgreich.

Er empfiehlt Ärzten, sich dabei an standardisierte Interventionsformen zu halten, etwa die motivierende Gesprächsführung oder auch Computersysteme, die den Arzt zeitlich entlasten. „Diese Mittel werden im Gesundheitswesen noch nicht genügend in Anspruch, was auch an der Vergütung liegt.“

Passivtrinken schädigt Unbeteiligte

Christina Rummel, stellvertretende Geschäftsführerin der DHS, machte auf das Problem des Passivtrinkens aufmerksam. Bereits der akute Konsum könne Dritte schädigen. Dramatisch ist das Passivtrinken für ungeborene Kinder. Studien zufolge trinken mehr als ein Viertel der Frauen in der Schwangerschaft in Deutschland. Hinzukommen rund 2,65 Millionen Kinder, die in einer Suchtfamilie aufwachsen. In diesen Familien kommt es überdurchschnittlich oft zu sexuellen Übergriffen, Missbrauch und körperlicher Gewalt.

Als Passivtrinker gelten zudem Unfallopfer im Straßenverkehr. Im Jahr 2016 wurden 16.770 Menschen bei einem Alkoholunfall verletzt. Etwa jeder 14. Verkehrstote stirbt, weil ein Verkehrsteilnehmer zu viel Alkohol getrunken hat. Schließlich sind alle Steuerzahler und Beitragszahler in Renten- und Krankenkassen betroffen. Die direkten und indirekten Kosten des Alkoholkonsums in Deutschland würden sich auf rund 40 Milliarden Euro belaufen, berichtete Rummel. „Dem stehen aber nur alkoholbezogene Steuereinnahmen von 3,165 Milliarden Euro gegenüber.“

Onlineberatung gegen Alkohol- und Tabakmissbrauch in der Schwangerschaft

Eine neue Internetseite will Schwangeren helfen, während der Schwangerschaft auf Alkohol und Zigaretten zu verzichten. Das von der Universität Tübingen und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) entwickelte Projekt www.iris-plattform.de ging heute online. Die Angebote sind ab sofort kostenlos und anonym abrufbar.

So gibt es Informationen darüber, wie Alkohol und Rauchen ungeborene Kinder in ihrer Gesundheit und Entwicklung gefährden. Per E-Mail ist eine persönliche Beratung durch qualifizierte Therapeutinnen möglich. Alkohol und Tabak in der Schwangerschaft müssten endlich ein selbstverständliches Tabu werden, forderte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler. „Jede Schwangere gefährdet sich und ihr Ungeborenes massiv.“

„Das Programm IRIS ergänzt in hervorragender Weise die Präventionsangebote der BZgA für Schwangere im Bereich der Suchtprävention. Wir wollen Frauen darüber informieren, dass Alkohol- und Tabakkonsum in der Schwangerschaft zu schwerwie­genden gesundheitlichen Folgen beim Ungeborenen führen kann“, sagte BZgA-Leiterin Heidrun Thaiss. Gleichzeitig sei es ein wichtiges Anliegen, Frauen bei der Konsum­reduzierung zu unterstützen. Ein persönliches, individualisiertes Online­programm wie IRIS eigne sich dafür besonders gut.

Laut BZgA rauchen immer noch zwölf Prozent der schwangeren Frauen, etwas mehr als 25 Prozent trinken zumindest gelegentlich Alkohol, obwohl die negativen Folgen von Tabak- und Alkoholkonsum wissenschaftlich vielfach belegt sind.

Warum Alkohol Menschen aggressiver macht

Australische Forscher um Thomas Denson von der University of New South Wales haben mittels Magnetresonanztomographien (MRT), die den Blutfluss im Gehirn messen, untersucht, warum Menschen oft aggressiv und gewalttätig werden, nachdem sie Alkohol getrunken haben. Nach nur zwei Drinks stellten die Forscher Verän­derungen in der Funktionsweise des präfrontalen Kortex des Gehirns fest, dem Teil, der normalerweise an der Regulierung der Aggressionsniveaus einer Person beteiligt ist. Die Studie ist in der Zeitschrift Cognitive, Affective, & Behavioral Neuroscience erschienen (2018; doi: 10.3758/s13415-017-0558-0).

„Nach den meisten Theorien wird die alkoholbedingte Aggression durch Verän­derungen im präfrontalen Kortex verursacht. Allerdings fehlte es an substanziellen Belegen, um diese Ideen zu untermauern“, berichten die Wissenschaftler. In dieser Studie rekrutierten Denson und sein Team, zu dem auch Wissenschaftler aus Lübeck gehörten, 50 gesunde junge Männer. Die Teilnehmer erhielten entweder 2 Getränke mit Wodka oder Placebogetränke ohne Alkohol. Während die Teilnehmer in einem MRT-Scanner lagen, mussten sie eine Aufgabe bewältigen, die in den letzten 50 Jahren regelmäßig genutzt wurde, um Aggressionen als Reaktion auf Provokationen zu beobachten.

Die funktionelle Magnetresonanztomographie ermöglichte es den Forschern zu sehen, welche Hirnareale bei der Durchführung der Aufgabe besonders aktiviert wurden. Sie stellten fest, dass die Provokation allein zunächst keinen Einfluss auf die neuronalen Reaktionen der Teilnehmer hatte. Bei aggressivem Verhalten kam es jedoch zu einem Rückgang der Aktivität im präfrontalen Kortex des Gehirns derjenigen, die alkoholische Getränke konsumiert hatten. Diese dämpfende Wirkung zeigte sich auch in den Bereichen des Gehirns, in denen die Belohnung beteiligt ist.

„Obwohl es einen insgesamt dämpfenden Effekt von Alkohol auf die präfrontale Kortikalis gab, beobachteten wir selbst bei niedriger Alkoholdosis eine signifikante positive Beziehung zwischen dorsomedialer und dorsolateraler präfrontaler Kortexaktivität und alkoholbedingter Aggression“, erklärte Denson.

Die Wissenschaftler empfehlen jetzt weitere umfangreichere Untersuchungen zu den neuronalen Grundlagen alkoholbedingter Aggressionen. „Dies könnte letztendlich die alkoholbedingten Schäden erheblich reduzieren“, so Denson.

Alkoholiker erkranken häufiger und früher an Demenz

Menschen mit einer Alkoholkrankheit entwickeln mehr als 3-mal häufiger als andere eine Demenz, die häufig bereits im jüngeren Alter auftritt und einer Kohorten­studie in Lancet Public Health (2018; doi: 10.1016/S2468-2667(18)30022-7) zufolge in Frankreich der wichtigste modifizierbare, sprich vermeidbare Risikofaktor für kognitive Störungen im Alter ist.

Mehr als 100 Studien und wenigstens 23 Übersichten haben sich bereits mit den Auswirkungen des Alkoholkonsums auf das Gehirn beschäftigt. Während die Ansichten zu einem leichten Alkoholkonsum variieren – einige Studien sehen sogar günstige Effekte auf die Hirnfunktion im Alter – ist die Einschätzung zu den Folgen eines hohen Alkoholkonsums (die Grenze wird bei Männern bei 60 Gramm reinem Alkohol und 40 Gramm reinem Alkohol bei Frauen gesehen) eindeutig: Das beim Alkoholabbau entstehende Acetaldehyd (das auch für den Kater verantwortlich ist) ist neurotoxisch.

Häufiger Alkoholkonsum kann über einen Vitamin-B-Mangel ein Wernicke-Korsakow-Syndrom auslösen. Alkoholkonsum ist ein Risikofaktor für Epilepsien, Kopfverletzungen und eine hepatische Enzephalopathie. Alkoholkonsum ist zudem mit vaskulären Risiko­faktoren wie Hypertonie oder Vorhofflimmern assoziiert. Last but not least, sind viele Trinker auch starke Raucher, was über eine Zerebralsklerose das Demenzrisiko erhöht.

Frankreich gehört mit 12,2 Litern pro Jahr zu den europäischen Ländern mit dem höchsten Pro-Kopf-Konsum von Alkohol (Deutschland: 10,6 Liter). Zwar bevorzugen viele Franzosen Wein, der regelmäßig zu den Mahlzeiten und nicht primär zur Erzeugung eines Rausches getrunken wird, eine Alkoholkrankheit ist jedoch keines­wegs selten. Dies zeigt eine Analyse der Entlassungsdokumente staatlicher Kliniken, die Michaël Schwarzinger vom Translational Health Economics Network in Paris jetzt vorstellt.

Bei 945.512 von 30,5 Millionen Patienten oder 3,1 % hatten die Ärzte eine Alkohol­krankheit in den Krankenakten ihrer Patienten vermerkt. Bei 1,3 Millionen Patienten (4,2 %) stellten die Ärzte die Diagnose einer Demenz. Bei 35.034 dieser Demenz­patienten lag eine alkoholbedingte Hirnschädigung und bei weiteren 52.625 Patienten eine Alkoholkrankheit vor.

Schwarzinger ermittelt eine adjustierte Hazard Ratio von 3,34 (95-%-Konfidenzintervall3,28–3,41) für Frauen und von 3,36 (3,31–3,41) für Männer. Die Diagnose Alkohol­krankheit war damit der stärkste modifizierbare Risikofaktor für Demenzen.

Patienten mit Alkoholkrankheit entwickeln häufig frühzeitig eine Demenz: Von den 57.353 Patienten, die vor dem 65. Lebensjahr an einer Demenz erkrankten, hatten nicht weniger als 22.338 (38,9 %) eine alkoholbedingte Hirnschädigung und 10.115 (17,6 %) eine Alkoholkrankheit.

Auch wenn retrospektive Kohortenstudien mit zahlreichen Unwägbarkeiten behaftet sind, sind die Ergebnisse eindeutig. Ein ungebremster Alkoholkonsum ist eine wichtige Ursache von Demenzerkrankungen, und er ist vermutlich für einen beträchtlichen Anteil von frühzeitigen Demenzen verantwortlich. Dies sehen auch die Editorialisten Clive Ballard und Iain Lang von der Universität Exeter so. Die Studie sei immens wichtig und sie zeige die Bedeutung eines starken Alkoholkonsums für Demenzer­krankungen, von denen viele durch einen maßvollen Alkoholkonsum vermeidbar wären.

Die Entlassungsdiagnosen lassen keine Rückschlüsse auf das Ausmaß des Alkohol­konsums zu. Es bleibt deshalb offen, ab welcher Grenze das Demenzrisiko ansteigt.

Ein bedenklicher Alkoholkonsum war bei französischen Männern deutlich häufiger als bei den Frauen. Während normalerweise Frauen häufiger an einer Demenz (65 zu 35 %) erkranken, war das Geschlechterverhältnis bei den früh eintretenden Demenzen umgekehrt: 65 % der Patienten waren Männer, 35 % Frauen. Der wichtigste Grund hierfür war nach den Ergebnissen der Studie der Alkoholkonsum.