Fettreiche Ernährung könnte psychische Erkrankungen begünstigen

Zürich – Eine besonders fettreiche Ernährung in der Jugend könnte auf biochemischer Ebene die Entwicklung von psychischen Erkrankungen fördern. Dies schließt eine Arbeitsgruppe der ETH Zürich und des INMED Institute in Marseille aus Versuchen an Mäusen. Die Forscher um Urs Meyer und Pascale Chavis berichten in Molecular Psychiatry über ihre Ergebnisse (2016; doi: 10.1038/mp.2016.193).

Übergewicht in der Adoleszenz kann psychische Erkrankungen begünstigen. Es ist laut den Autoren jedoch unklar, ob dies an den psychosozialen Folgen des Übergewichts liegt oder ob es auch auf molekularer Ebene einen entsprechenden Erklärungsansatz gibt.

In ihrer Studie fütterten die Forscher Mäuse mit fettreichem Futter, entweder kurz nach der Geburt oder in der Adoleszenz. Sie untersuchten die Veränderungen im Vorderhirn und präfrontalen Kortex, den Steuerzentralen von Affektkontrolle und Verhalten.

Die Wissenschaftler stellten fest, dass es durch die fettreiche Ernährung in den ersten vier Wochen nach der Geburt zu einer verminderten Ausschüttung von Reelin in den frontalen Hirnabschnitten kam. Das Protein steuert das Wachstum und die Differen­zierung von Nervenzellen. Es trägt somit entscheidend zu der neuronalen Plastizität bei. Die verminderte Plastizität durch die niedrigen Reelinlevel zeigte sich auch bei den Mäusen. Die Veränderungen wurden bereits deutlich, bevor die Mäuse relevant an Gewicht zunahmen.

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Wenn die Forscher das Protein den Mäusen zusätzlich verabreichten, entwickelten sich die Gehirne regelrecht. Bei ausgewachsenen Tieren führte die fettreiche Ernährung hingegen nicht zu Veränderungen.

Die Forscher schließen aus den Ergebnissen, dass eine fettreiche Ernährung die neuro­nale Plastizität ungünstig beeinflussen kann. Ein Reelinmangel ist unter anderem bei Patienten mit Schizophrenie oder Alzheimer bekannt. Möglicherweise könnte eine fettreiche Ernährung in der Jugend das Risiko für diese Erkrankungen erhöhen, mutmaßen die Forscher.

Missbrauch und Misshandlung verändern Immunprozesse

Ulm – Molekulare Ursachen dafür, dass sich noch Jahre nach Misshandlungen erhöhte Entzündungswerte im Blut von Kindern und Jugendlichen nachweisen lassen, hat eine Arbeitsgruppe der Ulmer Universität und Uniklinik beschrieben. Die Studienergebnisse sind in der Zeitschrift Mitochondrion erschienen (doi 10.1016/j.mito.2016.08.006).

„Langfristig bestehende Entzündungen können auf Dauer die Struktur sowie die Funk­tion von Zellen schädigen und das Immunsystem schwächen. Eine erhöhte Anfälligkeit für körperliche und psychische Erkrankungen kann die Folge sein“, erklärte Iris-Tatjana Kolassa, Leiterin der Abteilung klinische und biologische Psychologie an der Universität Ulm.

Ihr besonderes Interesse gilt molekularen Mechanismen, die Misshandlungserfahrungen und chronische Entzündungsprozesse miteinander verknüpfen. „Eine Schlüsselrolle spie­len dabei die Mitochondrien, also die Kraftwerke der Zellen. Diese kommen nicht zuletzt bei der Initiierung von Entzündungsreaktionen ins Spiel“, erläuterte Christina Böck, die Erstautorin der Studie. Das Ulmer Forscherteam beschreibt darin erste Hinweise auf eine veränderte Mitochondrienfunktion bei misshandelten Frauen.

Im Rahmen einer Voruntersuchung zur Ulmer Studie „Meine Kindheit – Deine Kindheit“ haben die Forscher zunächst 30 Frauen im Alter von 22 bis 44 Jahren Blut entnommen, die bis zum Alter von 18 Jahren in unterschiedlichem Ausmaß emotionale und körper­li­che Misshandlung und Vernachlässigung oder sexuellen Missbrauch erlebt haben. Ihr Blut wurde auf pro-entzündliche Biomarker (Zytokine, C-reaktives Protein), Hinweise auf oxidativen Stress und die Aktivität der Mitochondrien untersucht.

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Die Analyse der Blutproben zeigte unter anderem, dass diese Frauen mehr Entzün­dungs­marker im Blut aufwiesen und dass dies mit einer gesteigerten Aktivität der Mito­chon­drien einherging. Die Analyse machte zudem deutlich, dass die Veränderungen auf Zellebene umso ausgeprägter waren, je schwerwiegender die Vernachlässigungs- und Misshandlungserfahrungen waren.

„Die vermehrten Entzündungsprozesse und die erhöhte mitochondriale Aktivität könnten eine schützende Anpassungsreaktion des Körpers unter exzessivem und chronischem Stress sein“, vermutete Kolassa. Langfristig führten diese aber zu einer erhöhten Anfälligkeit für bestimmte körperliche Folgeerkrankungen.

Wie funktioniert das Gehirn bei Schizophrenie?

Die Gehirne von Patienten mit Schizophrenie funktionieren anders als die von Menschen ohne Erkrankung – aber wie? Forscher des ZI und der Universität von Philadelphia untersuchten mit Bildgebungsverfahren die Gehirnfunktionen auf Unterschiede und fanden überraschende Erkenntnisse, die sie in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlichten. Der Artikel mit dem Titel „Dynamic brain network reconfiguration as a potential schizophrenia genetic risk mechanism modulated by NMDA receptor function“ erschien in dieser Woche.

Schizophrenie ist eine schwere und oft chronische Erkrankung, die das gesamte Gehirn zu betreffen scheint. Neuere Studien deuten darauf hin, dass der Botenstoff Glutamat bei Krankheitsentstehung und -verlauf eine zentrale Rolle spielt. Allerdings sind die neurobiologischen Mechanismen, die der veränderten glutamatergen Signalübertragung im Gehirn zugrunde liegen und so zu Veränderungen von Gedanken, Stimmung und Wahrnehmung führen, erst teilweise entschlüsselt.

Wissenschaftler  der Arbeitsgruppe Systemische Neurowissenschaften in der Psychiatrie (Leitung: Dr. Dr. Heike Tost) an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie (Ärztlicher Direktor: Professor Meyer-Lindenberg) und der Universität von Philadelphia haben nun einen möglichen Mechanismus gefunden, der erklären könnte, wie die beeinträchtigte Signalübertragung zwischen einzelnen Nervenzellen die Informationsverarbeitung und Zuverlässigkeit des gesamten Hirns beeinflusst. Mittels funktioneller Magnetresonanztomographie untersuchten sie bei Schizophrenen im Vergleich zu Gesunden, wie die Hirnregionen während einer Arbeitsgedächtnisaufgabe miteinander „sprechen“ und so ein Netzwerk bildeten. Dabei zeigte sich, dass die Gehirne von Schizophrenen weniger stabile Netzwerke ausbildeten.

Interessanterweise zeigten die Gehirne von den ebenfalls untersuchten Angehörigen von Schizophrenen, die nicht von der Krankheit betroffen waren, aber im Schnitt die Hälfte der Riskogene für die Erkrankung geerbt hatten, eine mittlere Stabilität zwischen den Gruppen von Gesunden und Erkrankten, was einen wichtigen Hinweis für den Einfluss von Genen auf die Netzwerkstabilität zeigt.

„Dies unterstützt unser Verständnis der genetischen Risikoarchitektur von Schizophrenie, hierbei zeigt sich ein deutlicher Fokus auf Gene, die in die glutamaterge Signalübertragung im Gehirn involviert sind“, sagt Heike Tost, Letztautorin der Studie. „Dieser Befund bekräftigt unseren Verdacht, dass die weniger stabilen Netzwerke  bei Erkrankten tatsächlich durch die Erkrankung selbst und nicht durch Begleitfaktoren wie zum Beispiel die Medikation verursacht wurden.“

Die Autoren der Studie gingen sogar noch einen Schritt weiter, um ihren Verdacht bezüglich der molekularen Grundlagen der Stabilität von Hirnnetzwerken zu erhärten. In einem weiteren Experiment benutzten sie die funktionelle Bildgebung unter Einfluss eines Wirkstoffes. Gesunde Probanden bearbeiteten dieselbe Arbeitsgedächtnisaufgabe und erhielten einen geprüften und wirksamen Hemmstoff der glutamatergen Signalübertragung namens Dextrometorphan. Im Vergleich zu der Placebo Bedingung zeigten auch gesunde Probanden nach der Gabe von Dextrometorphan weniger stabile Netzwerke, was den Hinweis auf einen begründeten Zusammenhang zwischen veränderter Glutamat-Signalübertragung und instabilen Netzwerken liefert.

“Diese Studie ist besonders interessant” fasst der Autor der Studie, Urs Braun, zusammen, “da erstmals die molekularen Ursachen für die Netzwerkveränderungen beschrieben werden, die wir bei der Schizophrenie sehen. Wir verstehen zunehmend, dass Schizophrenie eine Erkrankung dynamischer Hirnnetzwerke ist und brauchen dringend weitere Studien, die eine Verbindung herstellen, zwischen der molekularen, zellulären und systemischen Ebene der Hirnfunktion.“ Professor Meyer-Lindenberg ergänzt: “Eine Hauptmotivation unserer Forschung ist es, zu verstehen, wie Störungen der Dynamik in neuronalen Netzwerken bei psychiatrischen Patienten auftreten. Diese Studie liefert einen wichtigen Beitrag zum Verständnis, wie die neuronalen Dynamiken durch glutamaterge Signale an den Synapsen beeinflusst werden und könnte so helfen, sinnvolle Ziele für die Entwicklung neuer Therapien zuliefern.“

Publikation:

Urs Braun, Axel Schäfer, Danielle S. Bassett, Franziska Rausch, Janina I. Schweiger, Edda Bilek, Susanne Erk, Nina Romanczuk-Seiferth, Oliver Grimm, Lena S. Geiger, Leila Haddad, Kristina Otto, Sebastian Mohnke, Andreas Heinz, Mathias Zink, Henrik Walter, Emanuel Schwarz, Andreas Meyer- Lindenberg and Heike Tost:

Dynamic brain network reconfiguration as a potential schizophrenia genetic risk mechanism modulated by NMDA receptor function – Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS)

doi:10.1073/pnas.1608819113

Kontakt:

Urs Braun

Zentralinstitut für Seelische Gesundheit J5, 68159 Mannheim

Tel.: +49(0)621 1703 6519

E-Mail: urs.braun@zi-mannheim.de

 

Weitere Informationen finden Sie unter

https://www.zi-mannheim.de/institut/presse.html

Klare Qualitätsstandards für onlinegestützte Interventionen bei psychischen Störungen gefordert

Berlin – Online- oder internetgestützte Interventionen zur Behandlung von psychischen Störungen und Problemen sind hoch aktuell. Sie sind niederschwellig zugänglich, überall erreichbar und stehen immer zur Verfügung. Die Akzeptanz für die neuen Programme ist groß, gerade bei Jüngeren. Ihre Wirksamkeit konnte mittlerweile bei einer Reihe von psychischen Krankheitsbildern gezeigt werden. Je nach Zielrichtung liegt der Schwer­punkt auf Aufklärung, Prävention, Diagnostik, Therapie oder Rückfallprophylaxe.

„In Anbetracht der Häufigkeit psychischer Störungen sowie monatelanger Wartezeiten auf einen Therapieplatz gibt es einen deutlichen Bedarf an E-Mental-Health“, erklärte Corinna Jacobi von der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) bei der Presse­konferenz zum Hauptstadtsymposium „Online-Interventionen bei psychischen Erkran­kun­gen: Chancen und Risiken“, das heute in Berlin stattfand. Veranstalter sind Psychologen und Psychiater gemeinsam: DGPs und die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psy­cho­therapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN).

„In mehr als hundert randomisiert kontrollierten Studien konnte die Wirksamkeit von on­linegestützten Interventionen für die Behandlung von Depressionen, Angststörungen, Phobien und zum Teil auch für Posttraumatische Belastungsstörungen nachgewiesen werden“, erklärte David Daniel Ebert, Präsident elect der International Society for Re­search on Internet Interventions. Ähnlich gute Ergebnisse wie die klassische „face-to-fa­ce“-Psychotherapie erzielten Online-Interventionen jedoch nur dann, wenn die Teil­neh­mer regelmäßig durch einen begleitenden Psychologen Rückmeldung auf die zu bear­bei­tenden Therapiemodule erhalten.

Erreicht wird, wer durch klassische Psychotherapie nicht erreicht wird
„Der Nutzen von Online-Interventionen ist hervorragend, ja überwältigend“, betonte Ebert. Die Forschungsbefunde würden zudem darauf hinweisen, dass vielfach Betroffe­ne erreicht werden können, die durch klassische Psychotherapie nicht erreicht werden, ent­we­der weil sie Angst vor Stigmatisierung hätten oder keinen zeitnahen Zugang zum Psychotherapeuten.

Wenig sei zurzeit jedoch über Kontraindikationen bekannt, bekannte der Psycho­thera­pie­­forscher an der Universität Erlangen-Nürnberg. „Zumindest bei Depressionen oder Angststörungen hat sich eine schwere Symptomatik nicht als Kontraindikation heraus­ge­stellt.“ Bisher stützten sich onlinebasierte Konzepte zudem hauptsächlich auf kognitiv-ver­haltens­therapeutische Prinzipien, während beispielsweise psycho­dynami­sche Ansätze deutlich weniger erforscht wurden.

„Vermeintliche Qualitätssiegel im Internet sind Schall und Rauch“
Allerdings können Online-Interventionen auch mit Risiken und Nebenwirkungen verbun­den sein. „Derzeit existieren keine klaren Qualitätsstandards, anhand derer der Nutzer erkennen kann, dass es sich um wissenschaftlich überprüfte Interventionen handelt, be­ziehungsweise wer hinter den Angeboten steht“, sagte Jacobi, die Professorin an der Technischen Universität Dresden ist. „Vermeintliche Qualitätssiegel im Internet sind Schall und Rauch – die Vergabe von Gütesiegeln sollte in den Händen von Fachleuten liegen“, fordert sie deshalb.

Neben den Qualitätsstandards seien viele Punkte noch nicht geklärt, so Jacobi. Wie soll mit möglichen suizidalen Krisensituationen von Patienten umgegangen werden, das heißt, wer ist dann Ansprechpartner? Wie kann die Datensicherheit gewährleistet wer­den? Wie viele persönliche Kontakte zwischen Patient und Behandler sind not­wendig? Zudem erlauben die Berufsordnungen für Ärzte und Psychotherapeuten die Anwendung von E-Mental-Health zurzeit nur unter bestimmten Bedingungen. Die Übernahme der Kos­ten durch die Krankenkassen ist ebenso wenig geklärt.

Ziel: Aufnahme in die Regelversorgung
„Zurzeit ist auch noch unklar, wie sich die Onlinetherapie, also die evidenzbasierten voll­wertigen therapeutischen Interventionen, in die Regelversorgung integrieren lässt“, sagte Jacob. Die „langwierigen, bis zu zehn Jahre dauernden Prüfverfahren“ für die Richtlinien-Psychotherapie seien für Onlinetherapie jedenfalls nicht geeignet, findet sie. „Wir halten auch alternative Zulassungen für möglich, zum Beispiel als Medizinprodukt oder als Heilmittel“, erklärte Phillip Klein von der DGPPN-Taskforce E-Mental-Health.

Online-Psychotherapie: Sinnvoll nur als Ergänzung
E-Mental-Health: Erkenntnisse über die Wirkmechanismen fehlen noch
E-Mental-Health bei Traumatisierung: Einsatz der Technologien durch therapeutische Gespräche begleiten
App für traumatisierte Bundeswehrsoldaten

Die Taskforce E-Mental-Health hat vorläufige Qualitätskriterien erarbeitet, um Ärzten und Psychologischen Psychotherapeuten aber auch Patienten eine erste Orientierung zu geben. Diese sollen aber noch mit weiteren Fachgesellschaften, Krankenkassen und  Anbietern abgestimmt werden.

„Unser Ziel ist, dass Online-Interventionen, die bestimmte Qualitäts­anforderungen er­füllen, in Zukunft zulasten der Krankenkassen verschrieben werden können“, erklärte Klein, Oberarzt an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein. Vorstellbar sei ein Qualitäts­siegel für Interventionen, die in Studien gezeigt haben, dass sie wirken. Außerdem müsse transparent sein, für welche Ziel­gruppe sie gedacht sind, welche Inhalte der Nutzer erwarten kann und wie die Inter­ven­tion auf Krisensituationen reagiert.

Online-Hilfe unterstützt Hausärzte bei der Betreuung depressiver Patienten

Leipzig – Eine Onlinetool zur Unterstützung von Patienten mit leichten bis mittelgradigen Depressionen hat die Stiftung Deutsche Depressionshilfe vorgestellt. Für viele Menschen ist der Hausarzt der erste Ansprechpartner, wenn sie psychische oder physische Veränderungen bemerken, die auf eine Depression hindeuten. Sie können ihren Patienten eine Pharmakotherapie anbieten und die Betroffenen in fachärztliche oder psychotherapeutische Hände lotsen.

„Jedoch sind Hausärzte und deren Patienten häufig mit langen Wartezeiten auf einen Psychotherapieplatz oder Facharzttermin konfrontiert“, hieß es aus der Stiftung. Hier setzt die Online-Hilfe namens „iFightDepression“ an. Das Besondere an dem Programm sei, dass Hausärzte oder entsprechend geschultes Fachpersonal die Patienten bei der Nutzung des Tools begleiteten.

„Nachweislich sind begleitete Programme effektiver als solche, die keine Begleitung integrieren“, erläuterte Projektleiterin und Nicole Koburger den Hintergrund. Ärzte oder Psychotherapeuten könnten das Programm im Rahmen einer regulären Behandlung oder beim Warten auf einen Therapieplatz als ergänzenden Behandlungsbaustein einsetzen. Das Programm beruht auf den Prinzipien der kognitiven Verhaltenstherapie. Es bietet einen Verlaufsbogen zur Stimmungskontrolle und Arbeitsblätter für persönliche Übungen und Aufgaben zu Hause.

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Um sich für den Einsatz des iFightDepression-Tools als begleitender Arzt oder Psychotherapeut zu qualifizieren, bietet die Stiftung Deutsche Depressionshilfe kostenfrei ein Online-Training von etwa 70 Minuten an. Alle Teilnehmer erhalten nach einem abschließenden Test ein Zertifikat sowie einen persönlichen Programmzugang und können ab sofort ihre Patienten zur kostenfreien Nutzung des Tools einladen. Auch für die betreuenden Ärzte ist die Nutzung von iFightDepression kostenfrei.

Das Gehirn kann sich beim Lernen selbst belohnen

Marburg/Barcelona – Das menschliche Gehirn kann mittels eines eigenen Signals feh­len­de äußere Belohnung ersetzen und so das Erlernen neuer Informationen selbst­gesteuert verstärken. Das berichten Wissenschaftler der Universitäten Magdeburg und Barcelona in der Zeitschrift eLife (2016; doi: 10.7554/eLife.17441).

„Menschen und Tiere lernen, wenn sie für ihr Verhalten belohnt werden und auch dann, wenn sie eine Belohnung lediglich erwarten“, erläutert Tömme Noesselt vom Institut für Psychologie der Otto-von-Guericke- Universität Magdeburg und Senior-Autor der Studie. Die möglichen Belohnungen seien dabei auch Lob und soziale Interaktionen. „Im Alltag eignen wir uns jedoch oft neues Wissen an, ohne belohnt zu werden. Daher haben wir uns die Frage gestellt, wie unbelohntes Lernen im Gehirn zu stabilen Gedächtnis­inhalten führt“, umreißt Noesselt den Ansatz der Studie.

Für die Untersuchung wurden Versuchspersonen mittels funktioneller Magnet­resonanz­tomographie untersucht. Die Probanden lasen Satzpaare, die neue Worte enthielten und versuchten, die Bedeutung neuer Worte zu verstehen. Wenn sie erfolgreich eine neue Wortbedeutung erschlossen, waren Gedächtnisareale wie der Hippocampus zusammen mit Belohnungsarealen wie dem Nucleus accumbens aktiviert. Je stärker diese Areale kooperierten, umso besser war die individuelle Lernleistung. „Offenbar aktiviert das neue Wissen um die Bedeutung eines Wortes das Belohnungsnetzwerk“, berichten die Wissenschaftler. Das führte zur Ausschüttung des Neurotransmitters Dopamin, der wiederum die Bildung von Gedächtnisspuren verstärkt.

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Zusätzlich fragten die Forscher die Versuchspersonen, wie angenehm sie jedes neue Wort, also jeden Lernzuwachs empfanden. Dazu wurde die Hautleitfähigkeit gemessen. Größere Freude und damit eine Veränderung des Hautleitwiderstands konnten sie während des Einprägens für die Worte beobachten, die anschließend auch noch nach einer Woche im Gedächtnis blieben.

„Insgesamt zeigten die Ergebnisse der Studie, dass selbstgesteuertes Lernen selbst­belohnend sein kann, also die Belohnungsgedächtnisschleife des Gehirns anschaltet, so das Fazit der Forscher. Eine wesentliche Frage für die künftige Forschung sei, wann selbstgesteuertes Lernen eine effektivere Lernmethode darstellt als Strategien, die auf externes Feedback und Belohnung bauen und unter welchen Umständen externe und interne Strategien optimal ineinandergreifen.

Unerkannt können Legasthenie und Dyskalkulie zu psychischen Störungen führen

Berlin ­– Kinder mit Legasthenie und Dyskalkulie sollten möglichst frühzeitig erkannt und differenziert diagnostiziert werden, damit sich keine psychischen Störungen daraus entwickeln. Darauf wies Michael von Aster, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugend­psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der DRK Kliniken Berlin bei einer Pressekonferenz am letzten Freitag in Berlin hin. Eingeladen hatten die Deutsche Kinderhilfe und der Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie (BVL), um auf den Tag der Legas­thenie und Dyskalkulie aufmerksam zu machen, der am 30. September erstmalig ausgerufen wird.

„Chronisches Scheitern ohne angemessene Hilfen führt zu Angst, Vermeidung und anhaltendem Minderwertigkeitserleben, wodurch das Risiko für sekundäre psychische und psychosomatische Erkrankungen steigt“, betonte van Aster. Rund zehn Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland seien von Legasthenie und Dyskalkulie betroffen. „Unerkannt sind diese Heranwachsenden massiv in ihrer Bildungsbiografie und Persönlichkeitsentwicklung benachteiligt“, erklärte der Kinder- und Jugend­psychiater. Die volkswirtschaftlichen Schäden seien immens.

S3-Leitlinie liefert fächerübergreifende Handlungsempfehlungen
Wissenschaftlich überprüfte Therapie- und Förderkonzepte sowie entsprechende unterrichtsdidaktische Methoden können Kindern mit Legasthenie und Dyskalkulie helfen. Mit der 2015 veröffentlichten S3-Leitlinie, die federführend von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psycho­therapie koordiniert wurde, liegen fächerübergreifende Handlungsempfehlungen zur Diagnostik und Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Lese- und/oder Rechtschreib­störungen vor.

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Bis diese Leitlinie indes in der Lehrerausbildung angekommen sei, brauche es jedoch „noch viel Zeit“, betonte Kinder- und Jugendpsychiater van Aster. Lehrer seien darüber hinaus häufig bei mehr als 30 Kindern in der Klasse „strukturell überfordert“. Tanja Scherle vom BVL wies darauf hin, dass die Fort- und Weiterbildung für Lehrer zu diesem Thema bisher freiwillig sei.

„Wir brauchen deshalb eine flächendeckende Vermittlung des aktuellen Wissens gemäß der Leitlinie im Lehramtsstudium in allen Bundesländern“, forderte sie. Bis dahin sollten schulintern Fortbildungen stattfinden, die unter anderem der BVL anbietet.

Psychotherapie-Richt­linie beanstandet: Ministerium will Sprechstunde verpflichtend einführen

Berlin – Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) verlangt Änderungen der Psycho­the­rapie-Richtlinie, die der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) am 16. Juni beschlossen hat. Darauf weist die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) in einer Pressemitteilung hin. In einem Brief an den G-BA macht das Ministerium demnach deutlich, dass es „zwin­gend er­forderlich“ sei, die psychotherapeutische Sprechstunde „nicht als Kann-Leistung“ ein­zu­führen.

Eine solche Regelung betreffe die vertragsärztlichen Pflichten des Vertrags­psy­cho­thera­peuten im Verhältnis zu seiner Kassenärztlichen Vereinigung (KV). Eine Re­gelung, die es Vertragspsychotherapeuten ermögliche, ein für den Patienten essen­zielles Leistungs­an­gebot abzulehnen, „kollidiere“ mit dem Sicherstellungsauftrag der KVen.

Ferner stellt das BMG fest, dass die Sprechstunde für die Versicherten nach der ge­än­der­ten Richtlinie verpflichtend sein solle. Dann sei aber ein „hinreichendes, flächen­decken­des Angebot an Sprechstunden notwendig“, damit die Versicherten überhaupt eine psychotherapeutische Behandlung in Anspruch nehmen könnten. Dafür dürfte aus Sicht des BMG aber eine Übergangsregelung erforderlich sein.

Bundespsychotherapeutenkammer hält flexible Handhabung für besser
„Wir hätten begrüßt, wenn die Sprechstunde ausdrücklich ein freiwilliges Angebot ge­blie­ben wäre. Die übergroße Mehrheit der Psychotherapeuten wird die Sprechstunde ohne­hin anbieten“, erklärte BPtK-Präsident Dietrich Munz. „Als freiwilliges Angebot ist sie eine flexiblere Regelung und ermöglicht der einzelnen Praxis, ihre Schwerpunkte dem Bedarf angemessen festzulegen.“ Ob und welche Maßnahmen tatsächlich erforderlich seien, um die Sicherstellung der Versorgung zu gewährleisten, könne von den KVen geprüft und bei Bedarf geregelt werden, so Munz.

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Das BMG beanstandet außerdem den Einsatz von Dokumentationsbögen in der ambu­lanten Psychotherapie. Das Ministerium betrachtet insbesondere die geplante Angabe der Versichertennummer als „nicht erforderlich“ und „rechtswidrig“. Es mahnt den G-BAan, sich mit den Einwänden und Änderungswünschen, die als Stellung­nahmen einge­gan­gen seien, auseinanderzusetzen. Dabei bezweifelt es ausdrücklich die „fachliche Fun­diert­heit“ der vorgesehenen Dokumentationsparameter.

Stigmatisierende Sprache bei Testverfahren
Die BPtK hatte vor allem die geplanten Testverfahren als „ungeeignet“ bezeichnet, die Diag­nostik psychischer Erkrankungen zu unterstützen. Der G-BA habe bei der Änderung der Psychotherapie-Richtlinie Qualitätssicherungskonzepte ignoriert, die er selbst in Auf­trag gegeben hatte.

Die BPtK hatte außerdem kritisiert, dass die vorgeschriebenen Fra­gen und Antwortmöglichkeiten in einer zum Teil verletzenden und stigmatisierenden Spra­che verfasst seien. Als Faktoren, die eine Erkrankung gefördert haben, müssten Eltern gemeinsam mit dem Psychotherapeuten zum Beispiel „abnorme Erziehungs­be­din­gungen“ ankreuzen oder „abnorme intrafamiliäre Beziehungen“ angeben.

Psychische Krankheiten bei älteren Menschen sind häufiger als bisher angenommen

Bisherige Studien gingen davon aus, dass die Häufigkeit psychischer Erkrankungen im höheren Alter sinkt. Eine neue groß angelegte Untersuchung in sechs europäischen Ländern mit innovativen Diagnoseverfahren kommt nun zu dem Ergebnis, wonach rund ein Drittel der 65-85 Jahre alten Befragten rückblickend auf das letzte Jahr unter einer psychischen Erkrankung litt und rund ein Viertel der Befragten aktuell psychisch krank ist. Die Ergebnisse wurden nun im renommierten „British Journal of Psychiatry“ publiziert.

„Ausgangspunkt war die Annahme, dass die gültigen Diagnoseverfahren für Erwachsene schlechter für die Diagnose von psychischen Krankheiten bei älteren Menschen geeignet sind“, erläutert die Studienleiterin Sylke Andreas (Institut für Psychologie der Alpen-Adria-Universität), die gemeinsam mit Martin Härter, Jana Volkert und Holger Schulz (Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf) die Untersuchung koordinierte. Ältere Menschen würden bei den herkömmlichen Diagnoseinstrumenten recht bald die Aufmerksamkeit verlieren. Hinzu kommt, dass die Fragen in den bisherigen Diagnoseverfahren oft recht lang und kompliziert waren, was zusätzlich älteren Menschen Probleme bereitete.

Das Forschungsteam, welches Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Spanien, Großbritannien, Deutschland, Italien, Israel und der Schweiz umfasste, entwickelte zunächst ein neues Diagnostikinstrument in Form eines computerbasierten Interviews mit vereinfachten Sätzen. Mit diesem Verfahren wurden dann 3.100 ältere Menschen (65 bis 85 Jahre) in Spanien, Großbritannien, Deutschland, Italien, Israel und in der Schweiz untersucht.

Die Ergebnisse zeigen eine deutlich höhere Häufigkeit von psychischen Erkrankungen bei älteren Menschen als bisher angenommen wurde: Bei einem Drittel der Befragten zeigte sich zum Zeitpunkt des Interviews eine psychische Erkrankung im letzten Jahr (Ein-Jahres-Prävalenz) und bei einem Viertel der Befragten wurde eine aktuelle psychische Erkrankung festgestellt. Am häufigsten waren es Angsterkrankungen (17 Prozent) und Depressionen (14 Prozent), an denen die befragten Personen im letzten vergangenen Jahr litten.

Die Ergebnisse seien insbesondere vor dem Hintergrund der bisher angebotenen Gesundheitsleistungen erschreckend, so Sylke Andreas. „Wir brauchen bessere und verlässlichere Wege, um zu eruieren, ob ein älterer Mensch an einer psychischen Erkrankung leidet. Damit einher geht auch die dringliche Notwendigkeit, bis dato beinahe gänzlich fehlende psychotherapeutische Versorgungsangebote für Menschen im höheren Lebensalter zu etablieren.“

Literaturangabe:

Sylke Andreas, Holger Schulz, Jana Volkert, Maria Dehoust, Susanne Sehner, Anna Suling, Berta Ausín, Alessandra Canuto, Mike Crawford, Chiara Da Ronch, Luigi Grassi, Yael Hershkovitz, Manuel Muñoz, Alan Quirk, Ora Rotenstein, Ana Belén Santos-Olmo, Arieh Shalev, Jens Strehle, Kerstin Weber, Karl Wegscheider, Hans-Ulrich Wittchen, Martin Härter (2016).

Prevalence of mental disorders in elderly people: the European MentDis_ICF65+ study. The British Journal of Psychiatry September 2016, bjp.bp.115.180463. DOI: 10.1192/bjp.bp.115.180463e

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Psychopharmaka sind keine Lösung: Forscher äußern Kritik

Medikamente helfen langfristig nicht gegen psychische Störungen – diese Meinung vertreten die Bochumer Psychologen Prof. Dr. Jürgen Margraf und Prof. Dr. Silvia Schneider in einem Kommentar in „EMBO Molecular Medicine“. Die Forscher der Ruhr-Universität haben zahlreiche Studien zusammengetragen, die die nachhaltige Wirkung von Psychopharmaka infrage stellen, teils sogar negative Folgen bei längerer Einnahme dokumentieren.

Dauerhaft wirksamer seien Psychotherapien. Die Autoren fordern, psychische Krankheiten nicht allein auf biologische Ursachen zu reduzieren, sondern Forschung zu biologischen, psychologischen und sozialen Faktoren besser zu verzahnen.

Die derzeit verfügbaren Medikamente können die Symptome psychischer Störungen nicht dauerhaft lindern.  Zu diesem Schluss kommen die Psychologen Prof. Dr. Jürgen Margraf und Prof. Dr. Silvia Schneider von der Ruhr-Universität Bochum in einem Kommentar in der Zeitschrift „EMBO Molecular Medicine“.

Medikamente haben nur kurzfristigen Effekt

Margraf und Schneider tragen zahlreiche Belege zusammen, die gegen eine nachhaltige Wirkung von Psychopharmaka sprechen. Medikamente gegen Depression, Angststörungen und das Aufmerksamkeits-Hyperaktivitätssyndrom wirken nur kurzfristig; setzt der Patient sie ab, kehren die Symptome zurück. So lautet das Fazit der zitierten Studien. Ähnliche Befunde vermuten die Autoren auch für Schizophrenie-Medikamente.

Eine langfristige Einnahme der Arzneien könne sogar negative Folgen haben, etwa ein gesteigertes Risiko für eine chronische Erkrankung oder erhöhte Rückfallraten.

Psychotherapien nicht schnell genug verfügbar

Psychotherapien wie die Kognitive Verhaltenstherapie erzielen laut den Autoren hingegen langfristig deutlich besser anhaltende Effekte. „Das Hauptproblem mit der Psychotherapie sind nicht die Wirksamkeit oder Kosten“, sagt Silvia Schneider. „Es ist die mangelnde Verfügbarkeit.“ Während Psychopharmaka schnell verabreicht werden könnten, müssten Betroffene oft lange auf einen Therapieplatz warten.

Biologische Konzepte reichen nicht

Die Bochumer Psychologen befassen sich in ihrem Artikel auch mit der Frage, warum es nach 60 Jahren intensiver Forschung keine besseren Therapieoptionen gibt. Verantwortlich ist ihrer Meinung nach die weit verbreitete Vorstellung, psychische Störungen könnten sich allein mit biologischen Konzepten erklären lassen.

„Es ist heute Standard, den Patienten und der Öffentlichkeit zu erzählen, dass ein aus dem Lot geratenes Neurotransmittersystem die Ursache für psychische Erkrankungen ist“, erklärt Jürgen Margraf. Dabei sei nach wie vor nicht klar, ob dieses Phänomen Ursache oder Folge sei. Soziale Faktoren dürften nicht vernachlässigt werden. Auch die starren Kategorien von „krank“ und „gesund“ seien bei psychischen Störungen mit ihren vielen unterschiedlichen Ausprägungen nicht hilfreich, so Schneider und Margraf.

Weniger Pharmamarketing, mehr Psychotherapie

Die Autoren fordern, die Forschung zu biologischen, psychologischen und sozialen Faktoren besser zu verzahnen und den engen Blick auf mögliche biologische Ursachen zu weiten. Große Pharmaunternehmen müssten das Marketing im Bereich Psychopharmaka zurückfahren. Außerdem sollten Betroffene schneller Zugang zu psychotherapeutischen Angeboten bekommen.

Originalveröffentlichung

Jürgen Margraf, Silvia Schneider: From neuroleptics to neuroscience and from Pavlov to psychotherapy: More than just the “emperor’s new treatments” for mental illnesses?, in: EMBO Molecular Medicine, 2016, DOI: 10.15252/emmm.201606650

http://embomolmed.embopress.org/cgi/doi/10.15252/emmm.201606650

Prof. Dr. Jürgen Margraf

Klinische Psychologie & Psychotherapie

Fakultät für Psychologie

Ruhr-Universität Bochum

Tel.: 0234 32 23169

E-Mail: juergen.margraf@rub.de

 

Prof. Dr. Silvia Schneider

Klinische Kinder- und Jugendpsychologie

Fakultät für Psychologie

Ruhr-Universität Bochum

Tel.: 0234 32 23168

E-Mail: silvia.schneider@rub.de