Psychotherapie für Geflüchtete: Sprachmittlung ist ein Problem

Fehlende Finanzierungsregelungen und der Mangel an qualifizierten Sprach­mittlern sind Hauptprobleme bei der ambulanten Psychotherapie von Geflüchteten. Das berichten die Landesärzte- und die Landespsychotherapeuten­kammer Baden-Württem­berg nach einer Umfrage bei niedergelassenen psychologischen und ärztlichen Psycho­the­rapeuten.

In der Umfrage gaben 56 Prozent der Befragten an, dass sie Psychotherapien auf Englisch durchführen. 53 Prozent setzen Sprachmittler ein. Aufgrund der mangelnden Verfügbar­keit kann nur ein Drittel dabei ausschließlich auf Sprachmittler zurückgreifen, die explizit für den Einsatz in der Psychotherapie geschult sind.

Die beiden Kammern setzen sich zusammen mit „refugio stuttgart“ – einem psychoso­zia­len Zentrum für traumatisierte Flüchtlinge – dafür ein, zusätzliche Qualifizierungsmög­lichkeiten für Sprachmittler zu schaffen, die eine Zertifizierung für den Einsatz in der Psychotherapie beinhalten.

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Ein weiteres Problem ist die Finanzierung der Sprachmittlerleistungen: „Die Kosten für Sprachmittlung werden von den Krankenkassen nicht übernommen, und es gibt keine alternative einheitliche Lösung für die Finanzierung des Sprachmittler-Einsatzes“, hieß es aus den Kammern.

Dies führe dazu, dass Sprachmittler zum Teil nicht bezahlt werden oder dass Psychothe­ra­peuten diese Kosten selbst übernehmen. Die Organisationen fordern die Landesregie­rung daher auf, bis auf weiteres die Kosten für die Sprachmittlung zu übernehmen.