Infoportal zur Inter­geschlechtlichkeit will aufklären

Ein neues Informationsportal zum Thema Intergeschlechtlichkeit hat die Ruhr Universität Bochum (RUB) vorgestellt. Es richtet sich an intergeschlechtliche Menschen, Eltern und Angehörige, pädagogisches und medizinisches Personal sowie an Medien­schaffende und Interessierte.

„Aufgrund unserer Forschung wurde deutlich, dass es an gesellschaftlichem Wissen rund um das Thema Intergeschlechtlichkeit fehlt“, sagte Katja Sabisch, Inhaberin des Lehr­stuhls Gender Studies der RUB.

Die neue Plattform soll daher verlässliche Informationen bereitstellen und dabei wert­schätzend und nicht pathologisierend informieren, so Sabisch. Das Ministerium für Kin­der, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen hat den Aufbau des Portals gefördert.

Das Portal bietet unter anderem Informationen zu rechtlichen Regelungen, zum Beispiel zu Kinderrechten, Rechten gegenüber den Krankenkassen oder dem Personenstandsrecht. Außerdem enthält es weiterführende Links, Hinweise auf Kinderbücher, Arbeitsmaterial und einführende Texte in das Thema.

zum Thema

„Intergeschlechtliche Menschen verbinden mit Krankenhäusern und Arztpraxen oft Er­inne­rungen an Herabwürdigung und Desinformation“, heißt es auf dem Portal. Manche hätten dort Untersuchungen und Vermessungen ihres Körpers erleben müssen, die nicht durch ein individuelles Therapieziel begründet gewesen seien. Manche intergeschlecht­liche Menschen versuchten Arztbesuche zu vermeiden, weil sie fürchteten, retraumati­siert zu werden.

„Ein wichtiger Teil ist die Sichtbarmachung von intergeschlechtlichen Menschen“, so Pro­jektmitarbeiterin Anike Krämer. „Daher versammeln wir auf dem Infoportal auch Videos, Blogs oder Texte von intergeschlechtlichen Menschen.“ Die Seite ist auf Deutsch, Englisch und Türkisch und in Teilen in leichter Sprache verfügbar.