Ersatzkassen fordern Zertifizierung von Onlineangeboten für psychische Störungen

Mehr Transparenz bei onlinebasierten Smartphone-Applikationen (Apps) und Programmen für psychische Störungen fordern die Ersatzkassen. „Unter den über 100.000 Gesundheits-Apps die geeignete Anwendung herauszufiltern, ist ein schwieriges Unterfangen, der Patientennutzen zudem oft nicht belegt“, sagte die Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen (vdek), Ulrike Elsner.

Die Ersatzkassen haben daher in einem Eckpunktepapier dargelegt, was aus ihrer Sicht notwendig ist, um das Potenzial der neuen technischen Möglichkeiten zu nutzen.  „Zahlreiche Studien zeigen, dass onlinebasierte Interventionen für ein breites Spektrum psychischer Störungen mit unterschiedlichen Schweregraden wirksam sein können und somit das Potenzial haben, die Versorgung von psychisch Kranken maßgeblich zu verbessern“, betonen die Autoren des Eckpunktepapiers zunächst.

Zertifizierung schaffen

Die Ersatzkassen halten es aber für nötig, eine Zertifizierungsmöglichkeit beispielsweise als „eGesundheitsmittel“ zu schaffen. Der primäre Fokus dieser „eGesundheitsmittel“ liege dabei nicht auf Angeboten, die die klassische psychotherapeutische Behandlung lediglich mit digitalen Anwendungen ergänzten, sondern vor allem auf neuen Behandlungsformen mit eigenständigem Behandlungsansatz, heißt es in dem Eckpunktepapier.

Für die Zertifizierung sollte geklärt werden, ob die App zur Indikation überhaupt passt. Weitere Fragen sind, ob sie den Schweregrad der Krankheit berücksichtigt,  und ein Prozedere für Notfälle vorsieht. Außerdem sollte die Zertifizierung erfassen, ob es Studien zur Wirksamkeit des Onlineangebotes gibt und ob der Datenschutz gesichert ist. Welches zertifizierte eGesundheitsmittel die Krankenkassen erstatten wollen, sollten sie selbst entscheiden können, betonen die Ersatzkassen.