Apps können Schmerzpatienten helfen

Das Feld der Telemedizin ist nach Ansicht von Experten besonders bei der Versorgung von Menschen mit chronischen Schmerzen ein wichtiger Zukunftsmarkt. „Bei Schmerzpatienten gibt es keine so große Notwendigkeit ständiger körperlicher Untersuchungen oder bildgebender Diagnostik“, sagte Carla Nau, Präsidentin des Deutschen Schmerzkongresses, der derzeit in Mannheim tagt.

Die weitere Therapie fuße vielmehr auf Faktoren, die beispielsweise von Apps sehr gut unterstützt werden könnten. „Dazu gehört, dass Apps dabei helfen, ein Schmerztagebuch zu führen oder Patienten daran erinnern, bestimmte Übungen zu machen“, erklärte die Medizinerin.

Gerade bei chronisch schmerzgeplagten Menschen setze die Therapie eben nicht in erster Linie auf die medikamentöse Behandlung. Sondern es gehe um die Begleitung bestimmter Techniken durch digitale Konzepte – ähnlich wie bei Sport- und Fitnessapps, sagte Nau, die in Lübeck die Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin leitet.

Der Markt von Schmerz-Apps ist nach Ansicht der Expertin allerdings unübersichtlich. „Alles kann auf den Markt kommen“, warnte Nau. Es gebe keine Regularien, viele der digitalen Angebote seien nicht zusammen mit Experten erstellt und würden nicht wissenschaftlich begleitet. „Wir brauchen letztendlich Qualitätssicherungsmaßnahmen“, sagte die Professorin.

In App-Stores gebe es mehrere Tausend Produkte zum Thema Schmerz. Klinische Studien lägen nur für eine geringere zweistellige Zahl vor. Unabdingbar sei, dass der Arzt sich gemeinsam mit dem Patienten in die Nutzung von Apps einbringe, gegebenenfalls eine Auswahl trifft und damit arbeite.

Die Veränderungen der Schmerztherapie durch digitale Angebote ist eines der Schwerpunktthemen des diesjährigen Kongresses.