Bundes­ärzte­kammer warnt vor Aufweichung ärztlicher Schweigepflicht

Patienten müssen sich darauf verlassen können, dass alles, was sie ihrem Arzt anvertrauen, geheim bleiben muss. Das hat die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) in ihrer Stellungnahme zur Umsetzung einer Richtlinie der Europäischen Union (EU) in Deutschland betont. Die bereits 2016 beschlossene EU-Richtlinie sowie der jetzt vom Bundesjustizministerium vorgelegte Referentenentwurf sollen Geschäftsgeheimnisse von Unternehmen besser schützen.

Zur Regelung des „Whistleblowing“ enthält der Entwurf aber auch einen Rechtferti­gungstatbestand. Danach wäre es erlaubt, Geschäftsgeheimnisse zu offenbaren, wenn dies zur Aufdeckung eines rechtmäßigen aber unethischen Fehlverhaltens erforderlich ist und die offenlegende Person in der Absicht handelt, das allgemeine öffentliche Interesse zu schützen.

Wäre dieser Rechtfertigungstatbestand auch auf die Verletzung von Privatgeheimnissen übertragbar, würde das laut BÄK bedeuten, dass auch das Offenbaren eines einem Arzt anvertrauten Geheimnisses nicht mehr strafbar und damit nicht mehr ausreichend geschützt wäre, wenn damit im vermeintlichen öffentlichen Interesse ein Fehlverhalten aufgedeckt werden soll.

„In diesem Fall würde das Vertrauensverhältnis zwischen Patient und Arzt nachhaltig beeinträchtigt“, warnt die BÄK in ihrer Stellung­nahme. Sie fordert, im Gesetzestext, wenigstens aber in der Gesetzesbegründung, ausdrücklich klarzustellen, dass der Rechtfertigungstatbestand nur für Geschäfts­geheimnisse gelten dürfe und insbesondere Paragraf 203 Strafgesetzbuch davon unberührt bleibt – also jener Paragraf des Strafgesetzbuches, der die Verletzung von Privatgeheimnissen berührt.

Bisher ist die Vertraulichkeit zwischen Arzt und Patient durch Paragraf 203 Absatz eins des Strafgesetzbuches geschützt. Die Verschwiegenheit des Arztes darf nur im Einzelfall zum Schutz eines höherrangigen Rechtsguts durchbrochen werden – und eben nicht bereits bei journalistischem Interesse oder zur Aufdeckung eines rechtmäßigen aber unethischen anderen Fehlverhaltens.

Ärzte wehren sich gegen Kassenzugriff auf Praxisverwaltungs­systeme

Bei der Ausgestaltung einer elektronischen Patientenakte (ePA) gibt es derzeit Überlegungen, dass Krankenkassen einen direkten Zugriff auf die Praxisverwaltungs­systeme von Ärzten und Psychotherapeuten erhalten könnten. Aus gut informierten Kreisen hieß es, das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium könne sich dem Modell der AOKen für die ePA nähern, bei dem dezentral auf Patientendaten zugegriffen werden soll. Die Ärzteschaft zeigte sich heute empört und forderte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) auf, das Vorhaben zu stoppen.

Dem direkten Zugriff in die Praxisverwaltungssysteme von Vertragsärzten und Vertragspsychotherapeuten von außen und dem Auslesen von Behandlungsdaten erteile man eine „klare Absage“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und allen Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen). Man werde „keine Systeme akzeptieren“, die in die Praxissysteme der Ärzte eingriffen. Auch der Zugriff von einem beauftragten Dritten sei nicht hinnehmbar.

KBV und KVen betonten aber auch, dass der strukturierte und sichere Austausch von medizinischen Behandlungsdaten unter den Vertragsärzten und Vertragspsycho­therapeuten und deren Weitergabe an Patienten ein elementares Ziel im digitalen Zeitalter ist, das alle gemeinsam verfolgten. Sie signalisierten die Bereitschaft, standardisierte Behandlungsdaten an eine lebenslange und kontinuierlich verfügbare elektronische Akte je Patient zu übermitteln.

Elementar sei dabei aber, dass die Datenhoheit für die elektronische Patientenakte bei den Patienten liege. Die erforderlichen Datenstandards und damit verbundene Schnittstellen der Praxisverwaltungssysteme müssten für Ärzte und Psychotherapeuten zudem von der KBV definiert werden, heißt es in der Erklärung.

„Die höchst vertrauliche Arzt-Patienten-Kommunikation ist wesentliches Selbst­verständnis unseres Berufes und bedarf eines besonderen Vertrauensschutzes. Wir werden im Sinne unserer Mitglieder nicht zulassen, dass diese besondere Beziehung zu unseren Patienten durch technische Lösungen aufgebrochen wird, die einen direkten Zugriff in die vertrauliche Arztdokumentation beinhalten“, schreibt KBV-Chef Andreas Gassen stellvertretend für alle Vorstände der KVen und der KBV, abschließend.

Abgeschwächtes Psych­isch-Kranken-Hilfe-Gesetz passiert bayerischen Landtag

Der bayerische Landtag hat das inhaltlich abgeschwächte Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz (PsychKHG) beschlossen. Einzig die Grünen stimmten gestern gegen die Novelle des Gesetzes, die der CSU zwischenzeitlich massive Proteste beschert hatte.

Wegen des Widerstands von Opposition und Verbänden hatte die CSU ihre ursprüng­liche Gesetzesreform abgemildert, unter anderem verzichtet die nun beschlossene Fassung auf die Einführung einer Zentraldatei zur Erfassung sämtlicher zwangsweise in der Psychiatrie untergebrachten Patienten. Stattdessen sollen anonymisiert Unter­bringungen, Zwangsbehandlungen und Zwangsfixierungen in einem Meldeverfahren erfasst werden.

Kernstück Krisendienst

In dem Gesetzentwurf war ursprünglich unter anderem eine Unterbringungsdatei vorgesehen, in der die persönlichen Daten der Patienten für fünf Jahre gespeichert und unter bestimmten Umständen auch der Polizei zur Verfügung gestellt werden sollten. Bayerns Ge­sund­heits­mi­nis­terin Melanie Huml und Sozialministerin Kerstin Schreyer zeigten sich beide erfreut. Sie bezeichneten das Gesetz für Menschen mit psychischen Erkrankungen, ihre Angehörigen und für alle, die zu einer guten Versorgung dieser Menschen beitragen als großen Fortschritt.

„Kernelement ist die Schaffung eines bayernweiten Krisendienstes für Menschen in psychischen Notlagen. Es handelt sich dabei um ein niedrigschwelliges psychosoziales Hilfeangebot, das es so bislang in keinem anderen Flächenland in Deutschland gibt“, betonte Huml. Die Krisendienste werden bei den Bezirken angesiedelt. Im Endausbau sollen die Dienste über eine zentrale Telefonnummer rund um die Uhr für Menschen in psychischen Krisen und deren Angehörige erreichbar sein.

Sozialministerin Schreyer erklärte, Menschen mit psychischen Erkrankungen dürften nicht ausgegrenzt und nicht stigmatisiert werden. Im Mittelpunkt stünden deshalb Hilfe und Schutz der betroffenen Menschen. „Das jetzt verabschiedete Gesetz setzt auf frühe Hilfen und die Vermeidung von Unterbringungen und Zwangsmaßnahmen. Es schafft Rechtssicherheit für alle Beteiligten, für die Betroffenen genauso wie für Angehörige und Mitarbeiter“, sagte sie. Niemand müsse „vor diesem Gesetz Angst haben“.

Obwohl die „schlimmsten Härten“ des Gesetzes zurückgenommen worden seien, seien weiterhin Nachbesserungen notwendig, erklärte der Bayerische Landesverband Psychiatrie-Erfahrener (BayPE). Grundsätzlich lehne man jegliche Meldepflicht an die Polizei von Menschen, die in der Unterbringung waren, ab, hieß es. Es reiche aus, dass Ärzte im Einzelfall bei „Gefahr im Verzug“ ihre Schweigepflicht brechen dürften.

Kritik übten sie auch an der Regelung, Kliniken „unmittelbaren Zwang“ gegen Patienten und sogar Dritte zu erlauben. Dies beinhalte etwa, dass Mitarbeitende Patienten auf dem Klinikgelände einfangen und zurückführen dürften. „Eine solche Bevollmächti­gung zu massiven körperlichen Übergriffen ist entschieden abzulehnen, da es die Psychiatrien und ihr Personal bei den Betroffenen vollständig diskreditiert“, schreibt der BayPE. Das Verhältnis der psychiatrisch Tätigen zu den Betroffenen würde durch die Möglichkeit des „unmittelbaren Zwangs“ schweren Schaden nehmen. Klinik­angestellte dürfen nicht zur Hilfspolizei werden.

Der Verband mahnt auch an, dass ausschließlich psychiatrische Kliniken die Befugnis zur Unterbringung nach PsychKHG erhalten sollten. Dies sollte nicht für andere Einrichtungen gelten.

Güte- und Mitgefühls-Meditationen können auch gegen ernste psychische Erkrankungen helfen

Übersichtsarbeit zeigt die Wirksamkeit z.B. bei Depression, Suizidversuchen, und Borderline-Störung

Auch schwere psychische Störungen wie Borderline-Störungen, Depressionen oder Schizophrenie lassen sich mit den beiden Methoden „compassion-based interventions“ (CBIs) und „Loving Kindness Meditation“ (LKM) behandeln und lindern. Das ist das Ergebnis einer Übersichtsarbeit von Johannes Graser, Universität Witten/Herdecke (UW/H), und Ulrich Stangier von der Frankfurter Goethe-Universität.

Aus über 9.000 Arbeiten, die zu diesem Forschungsfeld veröffentlich wurden, haben die beiden die 26 Studien ausgewählt, die strenge Kriterien erfüllten und klinische Stichproben behandelten. „ In diesen wenigen Studien zeigen die beiden Methoden gute Wirkung“, fasst Johannes Graser das Ergebnis zusammen. Wenn man ins Detail geht, zeigt sich, dass neben den Effekten auf die Symptomatik der Störungen CBIs vor allem auch gegen Selbst-Abwertung und Scham gut helfen. LKM steigert den positiven Affekt, also die Häufigkeit von Glücklichsein, positiver Stimmung oder Optimismus. Die Studie ist jetzt in der renommierten Fachzeitschrift Harvard Review of Psychiatry (impactfactor 3.264) (doi: 10.1097/HRP.0000000000000192 oder https://journals.lww.com/hrpjournal/Abstract/2018/07000/Compassion_and_Loving_Ki…) erschienen.

Die Forschung hat bisher häufig die Wirksamkeit von achtsamkeitsbasierten Therapieverfahren bestätigt. Das sind zum Beispiel Verfahren wie die Mindfulness-based Stress-Reduction (MBSR) oder die Mindfulness-based Cognitive Therapy (MBCT). Weniger gut war bisher die Forschungslage bei Meditations- und Therapieformen, die zur Entwicklung von Güte (s.o.) und Mitgefühl entwickelt wurden. „Wir erreichen heute nur bei ca. 60 Prozent der Patienten, die an Borderline oder chronischer Depression leiden nachhaltige und deutliche Linderung der Symptomatik. Wissenschaftler und Therapeuten suchen daher mit großem Nachdruck nach neuen Ansätzen, die helfen können“, ordnet Graser die Situation ein. Das war Auslöser dieser Untersuchung.

CBIs bauen darauf auf, dass Menschen das Leid anderer wahrnehmen und eine Motivation entwickeln, dieses Leid zu verringern. Auch eine mitfühlende Haltung gegenüber der eigenen Person und dem eigenen Leid soll kultiviert werden. In der LKM wird zunächst versucht, positive Wünsche wie das Glücklich-Sein, Sorgenfreiheit, Freiheit von Leid anderen Menschen zukommen zu lassen. „Die Patienten nehmen das gut an, haben aber häufig Schwierigkeiten, sich selbst gute Wünsche zukommen zu lassen“, erklärt Graser das Therapieproblem. Wie Therapeuten mit diesem Widerstand umgehen können, ist ebenfalls Teil der Übersichtsarbeit. Außerdem deuten manche der Studien darauf hin, dass die Ansätze von CBIs und LKM auch bei Angststörungen, chronischen Schmerzen und post-traumatischem Stress helfen können. „Es wird jedoch noch einige Forschung nötig sein, um genau zu klären, wie die Techniken im therapeutischen Alltag angewendet werden können, um möglichst effektiv verschiedenen Patientengruppen helfen zu können“, sagt Graser.

Weitere Informationen bei Dipl.-Psych. Johannes Graser, 02302- 926 883, johannes.graser@uni-wh.de

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wissenschaftliche Ansprechpartner:
Dipl.-Psych. Johannes Graser, 02302- 926 883, johannes.graser@uni-wh.de

Originalpublikation:
doi: 10.1097/HRP.0000000000000192

Genuntersuchungen stellen Einteilung psychiatrischer Krankheitsbilder infrage

Psychiatrische Störungen scheinen zahlreiche genetische Faktoren zu teilen, die sich in den aktuellen diagnostischen Kategorien nicht widerspiegeln. Das haben Wissenschaftler des Brainstorm Consortiums unter Beteiligung von Humangenetikern des Universitätsklinikums Bonn herausgefunden. An der groß angelegten Studie arbeiteten mehr als 500 Forscher aus aller Welt. Ergebnisse der Arbeit hat jetzt das Fachjournal Science vorgestellt (2018; doi: 10.1126/science.aap8757).

In der Studie wurden die genetischen Muster von 25 psychiatrischen und neurologischen Erkrankungen untersucht. Da jede einzelne genetische Variante nur einen kleinen Beitrag zur Krankheitsentstehung beiträgt, erforderten die Analysen große Stichproben, um zuverlässig Signale vom Hintergrundrauschen zu trennen.

Mit Hilfe von genomweiten Assoziationsstudien an 265.218 Patienten und 784.643 Kontrollen ermittelten die Forscher das Ausmaß der genetischen Überlappungen zwischen den einzelnen Erkrankungen. Die Wissenschaftler vom Universitätsklinikum Bonn trugen mit der Untersuchung des Erbguts von mehreren Tausend Patienten mit Schizophrenie, bipolarer Störung und Depression sowie mehreren Tausend gesunden Kontrollpersonen zur Studie bei.

Genetische Überlappungen psychischer Erkankungen

Die Ergebnisse zeigten weitreichende genetische Überschneidungen bei verschiedenen psychischen Erkrankungen, insbesondere zwischen der Aufmerksamkeits­defizit/Hyper­aktivitätsstörung (ADHS), der bipolaren Störung, der schweren Depression und der Schizophrenie. Darüber hinaus weisen die Daten eine starke Überlappung zwischen Magersucht (Anorexia nervosa) und der Zwangsstörung (OCD) sowie zwischen OCD und dem Tourette-Syndrom auf. Im Gegensatz dazu waren neurologische Störungen wie Parkinson und Multiple Sklerose deutlicher voneinander und von psychiatrischen Störungen zu unterscheiden – mit Ausnahme der Migräne, die genetisch offenbar mit ADHS, der schweren depressiven Störung und dem Tourette-Syndrom in Zusammenhang steht.

Die Ergebnisse der Studie könnten daher dazu führen, dass die diagnostischen Kategorien von psychischen Erkrankungen in der Zukunft neu strukturiert werden müssen.Franziska Degenhardt, Universitätsklinikums Bonn

Nach Ansicht der Wissenschaftler deutet die ausgeprägte genetische Überlappung zwischen den psychiatrischen Störungen darauf hin, dass die aktuellen klinischen Diagnosekriterien die zugrunde liegende Biologie nur ungenau widerspiegeln. „Die Ergebnisse der Studie könnten daher dazu führen, dass die diagnostischen Kategorien von psychischen Erkrankungen in der Zukunft neu strukturiert werden müssen“, erläutert Franziska Degenhardt, Leiterin der Arbeitsgruppe „Genetik schizophrener Störungen“ am Institut für Humangenetik des Universitätsklinikums Bonn.

Adipositas und metabolische Erkrankungen: S3-Leitlinie soll Eingriff schneller möglich machen

Eine neue Leitlinie „Chirurgie der Adipositas und metabolischer Erkrankungen“ soll nach Auffassung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) Magen-Operationen bei geeigneten Diabetespatienten künftig schneller möglich machen. Zu den Standard­verfahren der metabolischen Chirurgie zählen die Magen-Bypass-Operation – dabei wird der Magen durch einen Teil des Dünndarms überbrückt – sowie Verkleinerungen des Magenvolumens zu einem Schlauchmagen.

Laut Leitlinie steht bei diesen Operationen weniger der alleinige Gewichtsverlust im Vordergrund, sondern eine Verbesserung des Stoffwechsels und Gesundheitszustandes zugunsten der Lebensqualität und Lebenserwartung. „Diese Richtungsänderung ermöglicht, die Kostenübernahme metabolischer Operationen einfacher und patientenorientierter zu gestalten, die hoffentlich zur Regelleistung der Gesetzlichen Krankenkassen werden“, erläuterte der DDG-Präsident Dirk Müller-Wieland.

Operation schneller möglich

Patienten mit einem Typ-2-Diabetes und Adipositas dritten Grades – also einem Body-Mass-Index über 40 kg/m² – brauchten nun keinen Nachweis mehr erbringen, dass sie die Möglichkeiten der Gewichtsregulierung ausgeschöpft haben und nur noch die metabolische Operation helfen könne. Sie könnten laut Leitlinie künftig sofort operiert werden, weil davon auszugehen sei, dass die Patienten im Rahmen von Schulungsprogrammen ausreichende Kenntnis über Lebensstiltherapie und Ernährung erhalten haben. Die Leitlinie ist laut DDG damit ein Instrument zur Optimierung der Behandlung von Adipositas und metabolischen Erkrankungen, insbesondere des Typ-2-Diabetes.

Der Eingriff sei auch für Diabetespatienten mit einem BMI über 35 kg/m² empfehlens­wert, wenn sich die diabetesspezifischen Therapieziele durch Medikamente und Lebensstiländerungen wie Ernährungsumstellung und Bewegung nach Einschätzung der behandelnden Diabetologen nicht erreichen lassen.

„Für krankhaft übergewichtige Diabetespatienten kann die Operation ein lebensrettender Ausweg aus einem langen Martyrium sein“, sagte Jens Aberle, ärztlicher Leiter des Adipositas-Centrums am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und Co-Autor der Leitlinie. Bei schwerer Adipositas gelinge es nur in wenigen Einzelfällen, durch Ernährungsumstellung und mehr Bewegung das Gewicht zu reduzieren. „Die metabolische Chirurgie ist für Patienten mit schwer kontrollierbaren Blutzuckerwerten daher eine effektive antidiabetische Therapie“, betonte Aberle.

Die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie hat die aktualisierte Leitlinie federführend erarbeitet. Neben der DDG haben sich auch andere Fachge­sellschaften beteiligt, unter anderem die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie, die Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen und die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin.