Auch Väter erkranken an postnatalen Depressionen

Postnatale Depressionen treten nicht nur bei Müttern auf. Eine Studie in JAMA Pediatrics (2018; doi: 10.1001/jamapediatrics.2018.1505) zeigt, dass auch Väter nach der Geburt eines Kindes in ein „emotionales Loch“ fallen können.

Die postpartale Depression ist so häufig, dass die American Academy of Pediatrics inzwischen zu einem Screening der Mütter rät. Das allgemein anerkannte Instrument ist die Edinburgh-Postnatal-Depressions-Skala (EPDS), in dem Mütter 10 Fragen zu ihrer Befindlichkeit beantworten. In Indiana wird eine vereinfachte Form (EPDS-3) verwendet, in der nur 3 Fragen gestellt werden. Die Mütter füllen den Fragebogen in der Regel im Wartezimmer aus.

Da heute vielfach die Väter Mutter und Kind bei den Arztterminen begleiten, haben Erika Cheng von der Indiana University School of Medicine den Fragebogen den Vätern vorgelegt.

Ergebnis: Bei 2.946 von 9.572 (30,8 %) Klinikbesuchen war auch die Väter anwesend. Diese füllten in 806 Fällen (8,4 %) den Fragebogen aus. Bei insgesamt 36 Vätern (4,4 %) wurden Hinweise auf postnatale Depressionen gefunden. Der Anteil war kaum geringer als bei den Müttern, von denen 5,0 % Zeichen einer postnatalen Depression aufwiesen. Der Anteil der Väter an allen postnatalen Depressionen betrug 11,7 %.

Da Väter sich in der heutigen Zeit mehr um die Kinder kümmern als in früheren Generationen, können postnatale Depressionen negative Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder haben, befürchtet Cheng. Sie rät deshalb dazu, auch die Väter zu screenen. Die American Academy of Pediatrics hat das Problem erkannt und bereits 2016 einen Report zur Rolle der Väter veröffentlicht.