Künftig neue Warnhinweise auf Schmerzmittel­packungen

Bei Schmerzmitteln wie Paracetamol, Ibuprofen Diclofenac oder Acetyl­salicylsäure, die ohne Rezept in der Apotheke zu erhalten sind, sollen neue Hinweise vor einer zu langen Einnahme warnen. „Bei Schmerzen oder Fieber ohne ärztlichen Rat nicht länger anwenden als in der Packungsbeilage vorgegeben“, muss künftig auf der Außenpackung aufgedruckt werden. Das sieht die Analgetica-Warnhinweis-Verordnung von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) vor, die der Bundesrat heute billigte.

„Nicht zu lange anwenden! #Schmerztabletten wie #Paracetamol, #Ibuprofen und #ASS gibt es künftig nur noch mit #Warnhinweis“, twitterte der Bundesrat heute. Der ver­pflichtende Warnhinweis solle Verbraucher davon abhalten, die Medikamente über die empfohlene Höchstdauer hinaus einzunehmen, hieß es vom Bundesrat.

Studien zufolge würden ein Fünftel der Frauen und fast ein Drittel der Männer solche Analgetica länger als die vorgegebenen vier Tage einehmen. Dies könne zu Magen­darmblutungen und Nierenschäden führen, aber auch Schlaganfälle verursachen. Darauf wird bisher schon auf dem Beipackzettel hingewiesen.

Die Deutsche Schmerzgesellschaft begrüßte die Verordnung als richtigen Ansatz zum Verbraucherschutz. Mit der Verordnung würden die „in Bezug auf die Dosis und Anwendungsdauer auch rezeptfreier Arzneien sensibilisiert und von einer Einnahme­dauer ohne ärztlichen Rat von über vier Tagen abgehalten“, sagte Martin Schmelz, Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft. Er betonte, vielen Menschen sei nicht klar, dass auch rezeptfreie Schmerzmittel gefährlich sein könnten. Die Fachgesellschaft mahnt an, zu evaulieren, wie und ob der Warnhinweis seine beabsichtigte Schutz­wirkung entfaltet.