Verband warnt vor Männermangel in der Psychologie

Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) hat anlässlich des heute bundesweit stattfindenden Boys‘ & Girls‘ Day auf sinkende Zahlen an männlichen Berufsträgern in der Psychologie hingewiesen. Der Verband fordert deshalb ein gesellschaftliches Umdenken.

„Die Psychologie entwickelt sich zu einer der Leitwissenschaften des 21. Jahrhunderts“, sagte BDP-Präsident Michael Krämer. Ihm zufolge waren beispielsweise im Wintersemester 2016/17 mehr als 75.000 Psychologie-Studierende an Universitäten eingeschrieben. Damit zähle Psychologie zu den zehn beliebtesten Studienfächern in Deutschland.

Männer sind unterrepräsentiert

Allerdings sind laut BDP Männer deutlich unterrepräsentiert. Rund 75 Prozent der Studierenden sind weiblich. „Anders als in vielen anderen Fächern sind in der Psychologie Maßnahmen zur Erhöhung des Männeranteils sinnvoll, um eine Ausgewogenheit der Geschlechter im Beruf sicherzustellen“, so Krämer. Männer dürften nicht zu Exoten in dieser Profession werden.

Besonders dramatisch schätzt Krämer die Entwicklung in der Psychotherapie ein. Während immer mehr Männer Hilfe suchten, sinke gleichzeitig die Zahl der männlichen Psychotherapeuten drastisch. Laut Bundes­psycho­therapeuten­kammer (BPtK) sind bereits 71 Prozent der Mitglieder Frauen. Bei den Mitgliedern unter 35 sind es bereits 91 Prozent.

„Unserer Gesellschaft darf es nicht gleichgültig sein, dass einzelne Berufsfelder zu sehr von dem einen oder anderen Geschlecht ausgefüllt werden“, warnte Krämer. Die Psychologie müsse für Männer und Frauen gleichermaßen attraktiv gestalten werden. Der Boys‘ & Girls‘ Day sei „ein guter Anlass, jungen Männern die Attraktivität des Psychologenberufs nahezubringen“, erklärte der Verbandspräsident.