Spahn will Reformpläne für Digitalisierung nach dem Sommer vorlegen

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hat eine neue Initiative in der Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens in der Zeit nach der parlamen­tarischen Sommerpause angekündigt. Zur Eröffnung der Digital- und Branchenmesse conhIT in Berlin erklärte der Minister, in seinem Haus werde bis zum Sommer eine „intensive Bestandsaufnahme“ des aktuellen Marktes sowie der bisherigen Digitalisierung des Gesundheitswesens stattfinden.

Dafür hat Spahn sein neues Ministerium auch breiter aufgestellt: Künftig wird eine neue Abteilung „Digitalisierung und Innovation“ dieses Thema bearbeiten. Die Leitung übernimmt Gottfried Ludewig, ein früherer CDU-Abgeordnete des Berliner Abgeordnetenhauses. Unter Minister-Vorgänger Hermann Gröhe (CDU) war die Digitalisierung in der Abteilung „Grundsatzfragen“ angesiedelt.

Noch könne er nichts Konkretes zu den künftigen Gesetzesplänen sagen, erklärte Spahn. Er nannte aber drei Punkte, die ihm bei der Digitalisierung des Gesundheits­wesens am Herzen liegen. Dazu zählt die Versorgung in ländlichen Gebieten, eine Reform des Medikationsplans sowie eine sichere und vertrauenswürdige IT-Infrastruktur.

Er bewertete auch positiv, dass immer mehr Ärzte sich gegen das Fernbehandlungs­verbot aussprechen. Dies wird auch Thema auf dem diesjährigen Ärztetag in Erfurt sein. „Und ich freue mich, vor den Ärzten dort zu sprechen“, so Spahn.

Er betonte, dass die elektronische Patientenakte der Schlüssel zur Digitalisierung sein werde. „Und ich bin der Überzeugung, dass diese auch von allen akzeptiert wird, sobald sie das Leben erleichtert“, so Spahn. Denn Digitalisierung sei mehr als das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM). Er appellierte aber auch daran, dass bei allen Entwicklungen die Schnittstellen immer offen sein müssten.

Als zweite wichtige Entwicklung in der Digitalisierung sieht er die Forschung und die künstliche Intelligenz an. Dabei müsse auch darüber gesprochen werden, welche der gesammelten Daten künftig für die Versorgungsforschung zur Verfügung stehen. Als drittes Projekt solle darüber nachgedacht werden, wie die Produkte des sogenannten zweiten Gesundheitsmarkts – also Apps oder andere Medizinprodukte – es schneller in den deutschen Gesundheitsmarkt schaffen.

Er hoffe, so Spahn am Ende, dass sich bis zur nächsten conhIT-Messe im kommenden Jahr bereits einiges verändert habe. „Es gibt viel zu tun, viel zu entdecken, viel gegenüber anderen Nationen aufzuholen, aber auch Verbesserungen zu heben, gerade im Gesundheitswesen“, so Spahn.