Psychotherapeuten können Reha und Soziotherapie jetzt abrechnen

Psychologische Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichen­psycho­therapeuten können ab dem 1. April 2018 Leistungen zur Verordnung von medizinischer Rehabilitation und Soziotherapie über den Einheitlichen Bewertungs­maßstab (EBM) abrechnen. Auf entsprechende Ziffern haben sich Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Spitzenverband der Gesetzlichen Kranken­ver­sicherung (GKV) im Bewertungsausschuss jetzt verständigt.

Ab April erhalten Psychotherapeuten laut KBV für die Erst- und Folgeverordnung einer Soziotherapie nun jeweils 17,90 Euro (168 Punkte), für die Verordnung einer Reha­bilitation 32,18 Euro (302 Punkte). Allerdings dürfen Psychologische Psychothera­peuten, Kinder- und Jugendlichen­psychotherapeuten Rehabilitationsleistungen nur bei bestimmten Diagnosen und Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenver­sicherung verordnen. Rehaleistungen, für die die Rentenversicherung zuständig ist, dürfen nicht verordnet werden.

Die KBV konnte in den Verhandlungen mit den Krankenkassen nach eigenen Aussagen erreichen, dass das Ausstellen der Verordnungen extrabudgetär vergütet wird – und zwar ab April für alle abrechnungsberechtigen Vertragsärzte und Vertragspsychothera­peuten. Bislang wird die Verordnung einer medizinischen Reha durch Ärzte aus der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung bezahlt und damit nicht zu festen Preisen.

Mit dem Beschluss des Bewertungsausschusses wird eine Lücke in der Abrechenbarkeit von Leistungen geschlossen. Denn grundsätzlich durften Psychologische Psychothera­peuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten seit Juni des vergangenen Jahres diese ausgewählte Leistungen für Reha und Soziotherapie verordnen. Da der Bewertungsausschuss sich aber nicht innerhalb von sechs Monaten auf die Vergütung einigen konnten, galt bislang die Kostenerstattung.