DASH-Diät könnte Depressionen vorbeugen

Die DASH-Diät, die zur Prävention einer arteriellen Hypertonie und seiner Folgekrankheiten entwickelt wurde, kann möglicherweise ältere Menschen vor einer Depression schützen. Dies zeigt eine Auswertung einer prospektiven Beobachtungs­studie, deren Ergebnisse auf der Jahrestagung der American Academy of Neurology in Los Angeles vorgestellt werden.

Das Rush Memory and Aging Project begleitete seit 1997 eine Gruppe von Senioren aus der Umgebung von Chicago, um die Ursachen für Alterserkrankungen zu ermitteln. Zu den im Alter zunehmend häufiger auftretenden Erkrankungen gehören Depressionen. Die Teilnehmer werden deshalb regelmäßig mit der „Center for Epidemiological Studies Depression Scale“ (CES-D) untersucht, in Deutschland auch als Allgemeine Depressions­skala bekannt.

Ein Team um Laurel Cherian vom Rush University Medical Center in Chicago hat die Ergebnisse des CES-D jetzt mit den Antworten in einem 144-Punkte-Fragebogen zu Ernährungsgewohnheiten in Beziehung gesetzt. Dabei ging es um die Frage, ob der westliche Ernährungsstil mit seinem hohen Anteil an raffiniertem Zucker und gesättigten Fetten die Entwicklung einer Depression im Alter fördern könnte. Dem westlichen Ernährungsstil wurde die DASH-Diät gegenüber gestellt, die den vermehrten Verzehr von Obst und Gemüse empfiehlt und Lebensmittel, die reich an gesättigten Fetten und Zucker sind, durch fettfreie oder fettarme Milchprodukte ersetzt.

Die Analyse umfasst 964 Senioren, die zu Beginn der Studie im Durchschnitt 81 Jahre alt waren und über sechseinhalb Jahre beobachtet wurden. Während dieser Zeit entwickelten die Senioren mit einem überwiegend westlichen Ernährungsstil häufiger eine Depression. Die DASH-Diät war indes mit einer niedrigeren Erkrankungsrate assoziiert. Die Unterschiede waren nicht groß. So erkranken die Teilnehmer im oberen Drittel einer DASH-Diät zu 11 Prozent seltener an einer Depression als die Teilnehmer im unteren Drittel. Die Unterschiede waren jedoch signifikant, so dass sich die Frage nach der Wirkungsweise stellt.

Die DASH-Diät (Dietary Approaches to Stop Hypertension) war entwickelt worden, um die Entwicklung einer arteriellen Hypertonie zu verhindern. Sie zielt in erster Linie auf die Vermeidung einer Atherosklerose, die sich auch negativ auf das Gehirn auswirkt. Zu den bekannten Folgen zählt ein erhöhtes Risiko von Demenzen. Dass jetzt auch Depressionen über die DASH-Diät mit der Ernährung in Verbindung gebracht wurden, wirft deshalb die Frage auf, ob die Atherosklerose der Hirnarterien die Entwicklung von mentalen Erkrankungen wie der Depression fördern könnte.