Immer mehr Arbeitnehmer wegen psychischer Probleme in Reha

Immer mehr Arbeitnehmer in Deutschland machen wegen psychischer Probleme eine Reha. Das geht aus Daten der Deutschen Rentenversicherung Bund hervor, über die die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland berichteten. Demnach sind 2017 wegen psychischer Erkrankungen rund 159.500 medizinische Rehabilitationen im stationären Bereich bewilligt worden – 3.000 Fälle mehr als im Vorjahr. 2007 waren es noch 109.700. Das entspricht einem Anstieg um fast 45 Prozent innerhalb der letzten zehn Jahre.

Das Durchschnittsalter der Betroffenen liegt aktuell bei 49,5 Jahren. Bei Frauen waren zuletzt rund 23 Prozent der stationären Rehabilitationen bedingt durch psychische Erkrankungen, bei den Männern waren es rund 19 Prozent. Zu den Gründen für den Anstieg der Fallzahlen heißt es bei der Rentenversicherung, psychische Erkrankungen würden inzwischen besser erkannt und damit häufiger diagnostiziert als früher. Zudem sei die Stigmatisierung in der Gesellschaft rückläufig. Auch könne die Diagnose einer psychischen Beeinträchtigung heute von Ärzten klarer benannt werden.

Laut der Deutschen Rentenverscherung gibt es aber für eine reale Zunahme der Häufigkeit psychischer Erkrankungen auch nach neueren epidemiologischen Studien keinen Hinweis. Die Rehabilitation der Rentenversicherung ermögliche vielen Versicherten mit psychischen Störungen trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung, weiter zu arbeiten, hieß es. Bei rund 83 Prozent habe die Reha zu diesem Ergebnis geführt, rund 17 Prozent dagegen bezögen zwei Jahre nach der Reha wegen psychischer Störungen eine Erwerbsminderungs- oder Altersrente.

Wegen der Zunahme des Bedarfs sei die Zahl der entsprechenden Behandlungsplätze in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut worden. Derzeit seien Rehabilitationen wegen psychischer Störungen in bundesweit 195 Einrichtungen möglich. Die Kosten pro Fall lägen im Schnitt bei rund 6.750 Euro. Bei Rehabilitationen wegen einer körperlichen Erkrankung seien es rund 2.830 Euro.