Altersdepression: Große Studie zur Psychotherapie

Die Möglichkeiten der medikamentösen Therapie der Altersdepression sind nicht selten begrenzt. In der bislang größten klinischen Studie zu dieser Fragestellung soll nunmehr der Nutzen einer Psychotherapie bei der Depression im Alter verifiziert werden.

Die Depression im höheren bis hohen Lebensalter ist eine schwerwiegende – bisweilen lebensgefährliche und zunehmende psychische Erkrankung. Psychotherapeutische Konzepte, die spezifisch die Themen des alten Menschen aufgreifen, liegen zwar vor, wurden bisher aber nur unzureichend in klinischen Studien geprüft, heißt es in einer Mitteilung der Universitätsklinik Köln. Mit einer Gesamtsumme von mehr als 1,9 Millionen Euro fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) nunmehr die weltweit größte multizentrische Studie zur Psychotherapie der Altersdepression. Die Studie wird koordiniert von Professor Dr. Frank Jessen, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Uniklinik Köln zusammen mit Professor Dr. Martin Hautzinger vom Universitätsklinikum Tübingen.
„Da medikamentöse antidepressive Therapien im höheren Alter häufig aufgrund von Kontraindikationen oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten nur begrenzt eingesetzt werden können und auch in ihrer Wirksamkeit schwächer sind als im jüngeren Lebensalter, wären wirksame psychotherapeutische Strategien zur Behandlung der Altersdepression von großem Wert“, kommentiert Prof. Jessen die Bedeutung der Studie.
An dieser nehmen sieben Zentren in Deutschland teil. Es werden insgesamt 248 Personen über jeweils acht Wochen mit einer spezifisch für die Altersdepression entwickelten verhaltenstherapeutischen Intervention im Vergleich zu einer unspezifischen unterstützenden Therapie behandelt.
Vorrangiges Ziel der Studie ist es, die Depressivität sechs Monate nach Beginn zu untersuchen. „Sollte die Studie die Wirksamkeit von spezifischer Psychotherapie im Alter belegen, würde ein sofort implementierbares wirksames Behandlungsverfahren für diese häufig komplex zu therapierende Patientengruppe zur Verfügung stehen“ sagt Studienkoordinator Jessen.

Quelle: Pressemitteilung der Universitätsklinik Köln vom 2. Oktober 2017