Depressionspatienten sollten bei Lebensveränderungen vorsorglich Hilfe suchen

By Sander van der Wel from Netherlands (Depressed) [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons

München – Patienten, die in ihrem Leben bereits eine oder mehrere depressive Episoden erlebt haben, sollten bei Lebensveränderungen wie einer Arbeitsplatz­kündigung vorsorglich mit ihrem Arzt oder Psychotherapeuten sprechen. Das empfiehlt der Chefarzt und Direktor der Klinik am Max-Planck-Institut für Psychiatrie, Martin Keck. „Über 70 Prozent der Depressionspatienten erleben mehrere Episoden der Erkrankung. Gerade für sie ist es wichtig, Vorsorge zu treffen, um Rückfällen entgegen­zuwirken“, sagte er.

Die Auslöser für eine Depression sind bekanntlich vielfältig: Die Gene spielen genauso eine Rolle wie die Umwelt und Lebenserfahrungen. „Besonders gefährlich können Umbruch­situationen sein: Wenn sich der Alltag ändert, wenn das Leben einen anderen Lauf nimmt, dann muss sich auch unser Gehirn umstellen. Während solcher Phasen sind manche Menschen anfälliger, eine Depression zu entwickeln“, sagte Keck. Als Beispiel nannte er den Berufseinstieg, einen Stellenwechsel, Heirat, Scheidung oder Berentun­gen. Auch gesunde Menschen seien in diesen Lebensphasen anfälliger.

Laut dem Institut erkranken in Deutschland jährlich 5,3 Millionen Menschen an einer Depression.