Bundesregierung verteidigt Einsatz von Psychopharmaka

Die Bundesregierung hat den Einsatz von Psychopharmaka bei psychischen Störungen trotz möglicher Nebenwirkungen verteidigt. Depressionen seien in Deutsch­land die mit Abstand häufigste Ursache für Suizide oder Suizidversuche. Eine erfolg­reiche Behandlung der Depression senke das Suizidrisiko, heißt es in der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion.

Psychopharmaka können laut Regierung bei der Therapie ein wichtiger Baustein sein. Vor allem bei einer schweren Erkrankung seien sie nicht selten unverzichtbar. Auch sogenannte SSRI-Antidepressiva, die zur Standardtherapie bei der Behandlung von Depressionen in Deutschland gehören, würden auf Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit geprüft. Bei „Risikosignalen“ werde über notwendige Änderungen der Packungsbeilage oder über weitergehende Maßnahmen zur Verringerung des Anwen­dungsrisikos entschieden.

Das Suizidrisiko unter SSRI sei mehrfach auf europäischer Ebene bewertet worden, heißt es in der Antwort weiter. Die Industrie sei in der Folge aufgefordert worden, die Produktinformationen anzupassen. Qualitativ ergäben sich derzeit aus dem Spontan­meldesystem zu Suiziden oder Suizidversuchen weder aus Deutschland, noch auf europäischer Ebene Hinweise auf einen Anstieg der Meldezahlen. Für alle im Umlauf befindlichen SSRI-Arzneimittel sei das Nutzen-Risiko-Verhältnis weiter positiv.