Psychotherapie: Kanzlei zieht Abmahnungen bundesweit zurück

Kürzlich erhielten niedergelassene psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendpsychotherapeuten reihenweise Abmahnungen der Anwaltskanzlei Michael Schuler in Friedberg, da ihre telefonische Erreichbarkeit nicht gewährleistet sei. Nachdem die Kassenärztlichen Vereinigungen Rheinland-Pfalz und Bayerns (KV RLPKVB) sowie die Deutsche Psychotherapeuten-Vereinigung (DPtV) die Recht­mäßigkeit infrage gestellt hatten, teilt die Kanzlei jetzt mit, dass sie die Abmahnungen bundes­weit zurückgenommen habe. Gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt (DÄ) bestätigt Schuler die Rücknahme.

Rechtsanwalt Schuler forderte den jeweilig Abgemahnten auf, binnen einer sehr kurzen Frist eine beigefügte Unterlassungserklärung abzugeben sowie einen Betrag von 586,44 Euro zu überweisen, teilt die Anwaltskanzlei Brehm, die eine Mandantin in diesem Fall vertritt, am 24. Juli mit. Schuler behaupte, eine Psychotherapeutin aus Jülich zu vertreten, informiert die Kanzlei Brehm online.

Die KV RLP teilt heute auf ihrer Webseite mit: Die Kanzlei Schuler habe gegenüber der KV Hessen bestätigt, dass sie die Abmahnungen nicht weiterverfolgen werden. Auf die in der Abmahnung geltend gemachten Ansprüche würde verzichtet werden, heißt es weiter. Verpflichtungserklärungen, die abgemahnte Psychotherapeuten unterzeichnet hätten, würde die Kanzlei als nichtig betrachten. Eventuell bezahlte Gebühren würden rückerstattet.

Über die Zahl der Abmahnungen und den Grund der Rücknahme will die Kanzlei Schuler auf Anfrage des  keine Angaben machen. Sollten bereits Kosten für die Beauftragung eines Rechtsanwalts entstanden sein, sind diese gegenüber der Augsburger Kanzlei geltend zu machen, rät die KV RLP auf ihrer Webseite.