Online-Hilfe unterstützt Hausärzte bei der Betreuung depressiver Patienten

Leipzig – Eine Onlinetool zur Unterstützung von Patienten mit leichten bis mittelgradigen Depressionen hat die Stiftung Deutsche Depressionshilfe vorgestellt. Für viele Menschen ist der Hausarzt der erste Ansprechpartner, wenn sie psychische oder physische Veränderungen bemerken, die auf eine Depression hindeuten. Sie können ihren Patienten eine Pharmakotherapie anbieten und die Betroffenen in fachärztliche oder psychotherapeutische Hände lotsen.

„Jedoch sind Hausärzte und deren Patienten häufig mit langen Wartezeiten auf einen Psychotherapieplatz oder Facharzttermin konfrontiert“, hieß es aus der Stiftung. Hier setzt die Online-Hilfe namens „iFightDepression“ an. Das Besondere an dem Programm sei, dass Hausärzte oder entsprechend geschultes Fachpersonal die Patienten bei der Nutzung des Tools begleiteten.

„Nachweislich sind begleitete Programme effektiver als solche, die keine Begleitung integrieren“, erläuterte Projektleiterin und Nicole Koburger den Hintergrund. Ärzte oder Psychotherapeuten könnten das Programm im Rahmen einer regulären Behandlung oder beim Warten auf einen Therapieplatz als ergänzenden Behandlungsbaustein einsetzen. Das Programm beruht auf den Prinzipien der kognitiven Verhaltenstherapie. Es bietet einen Verlaufsbogen zur Stimmungskontrolle und Arbeitsblätter für persönliche Übungen und Aufgaben zu Hause.

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Um sich für den Einsatz des iFightDepression-Tools als begleitender Arzt oder Psychotherapeut zu qualifizieren, bietet die Stiftung Deutsche Depressionshilfe kostenfrei ein Online-Training von etwa 70 Minuten an. Alle Teilnehmer erhalten nach einem abschließenden Test ein Zertifikat sowie einen persönlichen Programmzugang und können ab sofort ihre Patienten zur kostenfreien Nutzung des Tools einladen. Auch für die betreuenden Ärzte ist die Nutzung von iFightDepression kostenfrei.